Hörakustikmeisterin Welsch: „Die HWK ist der Hammer“


Eine Hörakustikerin zeigt Hörgeräte

Hörakustikmeisterin Martina Welsch | © Diersch

Experten der Handwerkskammer unterstützen Handwerkerinnen und Handwerker dabei, ein eigenes Unternehmen zu gründen. 
Draußen plätschert der Schlangenbrunnen im Zentrum der Barockstadt Blieskastel leise vor sich hin, einige Vöglein zwitschern. Nur wenige Meter weiter sitzt man bei Martina Welsch in ihrem im Sommer 2018 neu gegründeten Unternehmen „Hörakustik Welsch“. Sie hat einen einfachen, nicht ganz wissenschaftlichen Test für den Besucher: „Hören Sie draußen Wasser plätschern und Vogelstimmen?“ Das Ergebnis: Wer das nicht hört, hat womöglich ein Hörproblem.
 
Martina Welsch, die ihren Meisterbrief an der Akademie für Hörakustik in Lübeck in Vollzeit innerhalb eines Jahres erworben hat, war 1997 die jüngste Meisterin dieses Handwerks-Gewerks in Deutschland. Sie arbeitete lange Jahre in verschiedenen Positionen als Angestellte – unter anderem in St. Wendel, Hamburg und auch in Blieskastel. Aus ihrer letzten Position in Blieskastel heraus entschloss sie sich im Alter von 43 Jahren, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Gestartet ist sie am 18. Juni 2018.
 

Gute Beratung

Das Welsch-Team besteht aktuell aus fünf Personen. Mit dem 24-jährigen Syrer Joud Mlouhi hat sie derzeit einen Auszubildenden im ersten Lehrjahr und ist sehr zufrieden: „Das läuft sehr gut“.
 
Die Kunden der „Hörakustik Welsch“ kommen überwiegend aus dem näheren Einzugsbereich Blieskastels. Zu Werbezwecken nutzt das Unternehmen regionale Printmedien, Mundpropaganda spielt aber ebenfalls eine große Rolle. Überzeugen möchte Welsch in allererster Linie durch Serviceorientierung. Deshalb bietet sie zum Beispiel auch Hausbesuche an. Außerdem kümmert sie sich um die Wartung der Hörgeräte.
 
Nach einem knappen Jahr resümiert sie rückblickend: „Ja, es war die richtige Entscheidung. Aber ganz so einfach ist der Neustart nun auch wieder nicht.“ Hier kommt die Unternehmensberatung der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) ins Spiel. „Die hat mich bei diesem Schritt gut beraten, hat für die Finanzierung zusammen mit der Saarländischen Investitionskreditbank (SIKB) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gesorgt und mir viele Tipps für diesen doch bedeutenden Schritt im Leben gegeben. Privates Geld habe ich natürlich auch reingesteckt“, berichtet die Gründerin. Dem Businessplan hat sie dank ihrer Management-Erfahrungen gemeinsam mit HWK-Unternehmensberater Klaus-Peter Schröder für die Banken den nötigen Feinschliff gegeben. Ihr Urteil über die Zusammenarbeit mit der HWK: „Die Handwerkskammer ist der Hammer!“ Zur Kreditaufnahme meint sie: „Man muss überzeugt sein von dem, was man machen will, und eben auch den Mut dazu haben.“
 

30 Prozent aller Beratungen betreffen Gründungen 

Mit einem Anteil von 30 Prozent an allen Beratungen zählt die Gründungsberatung, inklusive der Beratungen bei geplanten Betriebsübernahmen, zu den zentralen Beratungsthemen. Die Gespräche mit Martina Welsch führte HWK-Unternehmensberater Klaus-Peter Schröder. „Die Idee, sich selbstständig zu machen, ist schnell gefunden. Jedoch sollte diese Idee ausreichend durchdacht und eine Vielzahl an Informationen eingeholt werden“, erklärt Schröder. Zunächst sei zu prüfen, ob die handwerksrechtlichen Voraussetzungen zur Ausübung der Selbstständigkeit vorlägen.
 
Eines der wichtigsten Instrumente in der Gründungsphase ist der Businessplan. Die Unternehmensberatung der Handwerkskammer unterstützt potentielle Gründer bei dessen Erstellung. Wichtige Bausteine sind hier unter anderem eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau und ein Liquiditätsplan. „Aber auch Themen wie Marketing, Personal, Wettbewerbsanalyse sowie Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten sind zentrale Schwerpunkte unserer Gründungsberatung“ so Schröder weiter. Wer mit dem Gedanken spielt, sich im Handwerk selbständig zu machen, sollte in jedem Fall die Unternehmensberatung der HWK kontaktieren. Die HWK-Experten stehen Gründerinnen und Gründern umfassend, individuell und kostenfrei bei allen Fragen rund um das Thema „Existenzgründung im Handwerk“ zur Seite.
 
Würde sie das Ganze noch einmal machen, aus dem sicheren Angestelltendasein in die unsichere Selbstständigkeit wechseln? Welschs spontane Antwort: „Ja, auf jeden Fall.“
 
Ansprechpartner bei der HWK für Gründungsfragen ist:

Klaus-Peter Schröder

Betriebswirtschaftlicher Berater
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