Entwicklungszusammenarbeit konkret


Handwerkskammer des Saarlandes in Afrika
Saar-Handwerk engagiert sich in Afrika
 
Die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) stellte heute (17.08.2017) im Rahmen eines Pressegesprächs das Afrika-Engagement ihrer Tochter Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum vor. Sie machte dabei deutlich, wie sie sich für Fluchtursachenbekämpfung in Afrika einsetzt. HWK-Präsident Bernd Wegner bezeichnet das langjährige Engagement in Projekte der Entwicklungszusammenarbeit als „beeindruckende Erfolgsgeschichte“. Gerade das deutsche Ausbildungssystem sei ein regelrechter Renner in Ausland: „Wir leisten einen wertvollen Beitrag, um Ausbildung und Beschäftigung in Ländern zu verankern, in denen die Bevölkerung oft unter Armut leidet, weil es kaum Arbeitsplätze und hohe Jugendarbeitslosigkeit gibt. Das ist ein Beitrag zur Fluchtursachenbekämpfung.“ Der Ausbau des privaten Unternehmertums in den afrikanischen Partnerländern ist neben der beruflichen Bildung ein Hauptziel. Und hier spiele gerade das Handwerk als „Wirtschaftsmacht von nebenan“ eine zentrale Rolle. Wegner: „Um dies erfolgreich zu leisten, bedarf es allerdings rechtsstaatlicher Strukturen. Nur sie bieten Unternehmen die nötige Planungssicherheit für Investitionen.“
 

Rechtsstaatliche Strukturen bei Auslandsengagements nötig

Bernd Wegner will sich im Falle seiner Wahl in den Deutschen Bundestag im September 2017 auch für dieses Engagement des Handwerks im Bundestag stark machen und verweist auf Aussagen der Bundeskanzlerin. Die gute globale Entwicklung werde „nicht funktionieren, wenn nicht alle Kontinente der Welt daran teilnehmen“, so Merkel jüngst bei der G-20-Afrika-Konferenz. Entwicklungspotenzial sieht die Kanzlerin vor allem bei Erneuerbaren Energien und der Digitalisierung. „Mit unserem Afrika-Engagement liegen wir auf der Linie des ‚Marshall-Plans‘ für Afrika von Anfang 2017“, so Wegner. Wie sein historisches Vorbild, sei aber auch der neue Marshall-Plan nicht zum Nulltarif zu haben. „Wenn die Bunderegierung ihren Beitrag für ein wirklich nachhaltiges Wachstum in Afrika leisten will, muss sie in die richtigen Projekte investieren“, so Wegner. Das saarländische Handwerk sei bereit, seinen Beitrag für eine erfolgreiche Umsetzung zu leisten. Bei den Projekten müsse aber eine „Win-win-Situation“ gegeben sein. Für die Handwerksbetriebe bedeute das Engagement in Afrika neue Geschäftschancen. Wegner unterstreicht: „Wir realisieren mit den Partnern eher kleinteilige, aber nachhaltige Projekte mit Signalwirkung. Dabei ist es gut und richtig, wenn Saar-Handwerker von diesen Projekten finanziell profitieren. Zudem gewinnen unsere Betriebe internationale Erfahrung, die sie auch bei künftigen Exportaktivitäten nutzen können.“
 

Saar-Handwerker erfolgreich ,vor Ort‘

Saar-Handwerker haben bisher Projekte der Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien in Côte d‘Ivoire, Benin, Tunesien, Tansania, Südafrika und Djibouti durchgeführt. Schon 2002 begann Maschinenbaumeister Lothar Melchior aus Rehlingen-Siersburg in der Côte d´Ivoire mit dem Aufbau von Lehrwerkstätten. Aktuell ist er in Djibouti und Tunesien tätig: „Meine Motivation: Bildungsangebote in Länder bringen, wo es hohen Bedarf an handwerklicher Ausbildung gibt. Wenn wir Ausbildungschancen und Arbeitsplätze schaffen, verringert das die Flüchtlingsströme.“
 Auch Installateur- und Heizungsbaumeister Stefan Ollinger aus Mettlach ist mit dem Saar-Lor-Lux Umweltzentrum in Afrika aktiv. Schon 2010/2011 installierte er in Djibouti mit heimischen Azubis und lokalen Handwerkern Photovoltaikanlagen. „Wir bauen Ausbildungsstrukturen für eine Zukunftsperspektive der jungen Menschen auf“, so Ollinger. Diese kommen zudem für einige Wochen in die Saar-Betriebe und besuchen die Ausbildungsstätten des Saar-Handwerks.