„Es besteht Handlungsbedarf“


Staatssekretär Jürgen Barke diskutiert mit Handwerksunternehmen über Herausforderungen der DigitalisierungOK
Im Vorfeld des nationalen IT-Gipfels im Saarland am 16. November 2016 diskutierten heute (7. November 2016) im Rahmen des Workshops „Digitalisierung im Handwerk“ saarländische Handwerksunternehmen mit Staatssekretär Jürgen Barke vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr in der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK). Dabei ging es unter anderem um infrastrukturelle Rahmenbedingungen wie die Breitbandversorgung im ländlichen Raum, die für den handwerklichen Mittelstand bei der Digitalisierung lebenswichtig sind. Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie die Digitalisierung die Ausbildung im Handwerk verändert. Dabei stand das Forschungsprojekt Kompetenzorientiertes Lernen im Arbeitsprozess, kurz: KOLA, im Mittelpunkt. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt befasst sich mit der digitalen Vernetzung im Lernalltag und verbessert die Kommunikation im Ausbildungsprozess, indem die Lernorte Schule-Betrieb-Überbetriebliche Ausbildung virtuell zusammenrücken.

Nicht zuletzt die Tatsache, dass der nationale IT-Gipfel im Saarland stattfinde, zeige die Bedeutung des Saarlandes in Sachen Digitalisierung, so Staatssekretär Jürgen Barke: „Wir begrüßen es sehr, dass sich die HWK seit Monaten in verschiedenen Formaten intensiv mit dem Thema Handwerk und Digitalisierung auseinandersetzt. Die Digitalisierung erfasst alle Wirtschaftsbereiche. Das Saarland spielt dabei eine besondere Rolle. Der Begriff Industrie 4.0 wurde hier erfunden. Wer von Industrie 4.0 spricht, kann vom Handwerk nicht schweigen“.

HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes unterstreicht: „Die Digitalisierung ist längst im Handwerk angekommen. Elektrotechniker bauen heute zum Beispiel Smart-Houses, KFZ-Mechatroniker warten und reparieren vernetzte Fahrzeuge. Das SHK-Handwerk installiert Heizkessel, die automatisch über notwendige Reparatur- und Servicemaßnahmen informieren. Auch in die handwerkliche Ausbildung dringt die Digitalisierung unaufhaltsam vor“. Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Standortes Saarlandes sei, wie schnell es gelinge, den ländlichen Raum mit schnellem Internet zu versorgen: „Gerade in den Gewerbegebieten des ländlichen Raums haben oft Unternehmen des handwerklichen Mittestandes ihren Sitz. Schnelles Internet ist für sie unverzichtbar, damit sie wettbewerbsfähig bleiben können. Hier besteht Handlungsbedarf, wie eine Umfrage unter unseren Mitgliedsunternehmen gezeigt hat“, so Klein-Zirbes.

Die Veränderung eines Handwerksbetriebs im Zeichen der Digitalisierung und welcher Prozesse es dazu bedarf, erläuterte Schreinermeister Raphael Haas: „Für die saarländischen Betriebe ist es ein gutes Zeichen, dass das Ministerium verstärkt auf uns zugeht und den Austausch beim Thema Digitalisierung sucht. Die Potenziale, die die Digitalisierung für Handwerksbetriebe mit sich bringt, sind groß. Eine gute Breitbandversorgung bildet dafür die Basis“, so Raphael Haas stellvertretend für die anwesenden Betriebe.


Saarbrücken, 7. November 2016