Fechinger Talbrücke


Taskforce analysierte das Geschehen auf den Umleitungsstrecken

Die „Taskforce Brücken“ hat sich in ihrer Sitzung vom Montag, 9. Mai, mit den Vorbereitungen zur Teilöffnung der gesperrten Fechinger Talbrücke befasst. Außerdem ging es um das Geschehen auf den Umleitungsstrecken und mögliche Verbesserungen. Verkehrsministerin Anke Rehlinger bekräftigte ihr Ziel, bis zum Jahresende auch wieder Lkw-Verkehr auf die Brücke zu bringen. Die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) hatte immer wieder auf die Bedeutung eines gut funktionierenden Lkw-Verkehrs hingewiesen. "Lkw bringen Güter zu Geschäften und Bürgern und Maschinen zu Baustellen", so HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes. Im übrigen sei ein fließender Lkw-Verkehr der ökologischste Lkw-Verkehr.

Teilöffnung erfolgt
Zusammen mit den Prüfern von Verheyen Ingenieure und der Borapa Ingenieurgesellschaft stellte die Ministerin Ergebnisse der Statik-Gutachten vor: „Das erforderliche Sicherheitsniveau wird erreicht. Beide Gutachten kommen zu dem Ergebnis, dass die Talbrücke nach der Reduzierung ihres Eigengewichts am Überbau sowie durch die Verstärkungen der Stützen nun wieder für den Pkw-Verkehr freigegeben werden kann. Dass dies auf insgesamt vier Fahrstreifen geschehen kann, bedeutet für die Verkehrsteilnehmer und die Anwohner an den Umleitungsstrecken eine erhebliche Entlastung.“
Die Teilöffnung könne erfolgen, sobald die Arbeiten an den zehn Pfeilern abgeschlossen sind und die Lkw-Schleusen an den beiden betroffenen Anschlussstellen zur Verfügung stehen. Dies werde Mitte Mai der Fall sein, „wir liegen gut im Zeitplan“, sagte die Ministerin. Die Vorbereitungen für die aufwändigere Verstärkung der Stützpfeifer von außen laufen parallel.


Großräumige Umleitung bringt Entlastung
Ein weiteres Thema der Sitzung waren die aktuellen Verkehrszahlen auf den Umfahrungsstrecken und die Wirkung der Maßnahmen zur großräumigen Umleitung des Durchgangsverkehrs. Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) hat dafür eine aktuelle Auswertung der Verkehrsströme vorgenommen. Dabei wurde deutlich, dass es durch die getroffenen Umleitungsmaßnahmen zu einer deutlichen Verteilung des Verkehrsaufkommens gekommen ist. Nach der Vollsperrung konnte der Verkehr auf der A6 an der Anschlussstelle St. Ingbert-West aus Fahrtrichtung Mannheim mehr als halbiert werden. Wurden vor der Vollsperrung 23.000 Fahrzeugen gezählt, sank die Zahl bis zur 17. Kalenderwoche auf 10.900 Fahrzeuge. Auch der Schwerlastverkehr ging von täglich 3.100 Fahrzeugen auf 1.500 Fahrzeuge zurück. An der Anschlussstelle Fechingen aus Fahrtrichtung Saarbrücken wurde der Verkehr um mehr als 60 Prozent von 34.000 auf 13.000 Fahrzeuge reduziert. Der Schwerlastverkehr ging um fast die Hälfte auf täglich 1.900 Fahrzeuge zurück.

Trotzdem besteht an der Heringsmühle und auf der Flughafenstraße als Hauptumfahrungsstrecke für den kleinräumigen Umfahrungsverkehr noch eine große Belastung. Zwischen Heringsmühle und Ensheim wurden in der 17. Kalenderwoche täglich 9.600 Fahrzeuge in Fahrtrichtung Ensheim und 8.700 Fahrzeuge (davon 2.300 Lkw) in Fahrtrichtung Heringsmühle gezählt. Dies entspricht einer Verkehrszunahme um 60 Prozent. Vergleicht man den Wert mit den Ergebnissen aus der 15. Kalenderwoche, lässt sich jedoch ein Rückgang um 400 Lkw am Tag ausmachen. Dieser Rückgang um rund 15 Prozent lasse sich auf die mehrsprachigen Umleitungshinweise mit CB-Funk und die optimierte Beschilderung zurückführen, erklärte die Ministerin. Sie erwartet eine weitere Entlastung, wenn in Frankreich zusätzliche Schilder für den Lkw-Verkehr aufgestellt sind.


Mehr Sicherheit durch Geschwindigkeitsbegrenzung
Mit weiteren Maßnahmen durch LfS, Polizei und Landeshauptstadt Saarbrücken (LHS) wird versucht, die Verkehrssituation vor Ort so weit wie möglich zu entspannen. Die Polizei hat Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt kontrolliert zusammen mit der LHS regelmäßig. Die jüngsten Messungen der Polizei (vom 28. April bis 3. Mai) auf der L108 in Ensheim (gegenüber der Bischof-Eich-Straße) ergaben lediglich in Fahrtrichtung Fechingen in knapp 4 Prozent und in Fahrtrichtung Flughafen in rund 3 Prozent der Fälle Geschwindigkeitsübertretungen. Da es aber in den Nacht- und frühen Morgenstunden sowie am Wochenende zu Geschwindigkeitsübertretungen kommt, will die Taskforce Polizeikontrollen verstärkt an den Randzeiten durchführen.
Ausführlich wurde auch der Vorschlag der Anwohner von Fechingen und Ensheim erörtert, die L108 für Lkw-Verkehr zu sperren oder mit „Anlieger frei“ zu beschildern. Damit hatte sich eigens eine Fachgruppe der Taskforce aus Polizei, LHS und LfS beschäftigt. Rehlinger: „Leider haben sich alle möglichen Szenarien als nicht praktikabel erwiesen. Zum Beispiel stellt die Polizei heraus, dass ein Durchfahrtsverbot nicht kontrollierbar und damit auch nicht sanktionierbar wäre.“ An der Strecke sei der notwendige Platz für Kontrollen oder Wendemanöver der unberechtigten Verkehrsteilnehmer nicht vorhanden. Müsste die Polizei eingreifen, wäre mit erheblichen Rückstaus zu rechnen.
Auch die frühzeitige Ausschilderung wäre aus der Sicht der Fachleute unwirksam. Um die Verkehrsteilnehmer frühzeitig auf die Sperrung hinzuweisen, müsste bereits weit vor dem Autobahnkreuz Neunkirchen und vor der Westspange auf die Sperrung hingewiesen werden. Es sei aber nicht anzunehmen, dass insbesondere Ortsunkundige aus dem frühen Hinweis die richtigen Schlüsse ziehen. Auch müsse beachtet werden, dass die L108 bereits vor der Sperrung von über 700 Lkw täglich befahren wurde. Eine Umleitung über die ehemalige B40 (Rentrisch, Schafbrücke, Scheidt) würde zudem nur zu einer Verkehrsverlagerung hin zu Wohngebieten mit deutlich mehr Anwohnern führen.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr