Handwerk coacht am Campus


Die Handwerkskammer des Saarlandes bringt Studienabbrecher und Unternehmen zusammen.
Unternehmen zusammen. Sie ruft Handwerksbetriebe, die Studienabbrechern die Möglichkeit einer handwerklichen Ausbildung geben auf, sich bei ihr zu melden. In Zusammenarbeit mit den rheinlandpfälzischen Handwerkskammern baut sie derzeit eine Datenbank auf, in die sich interessierte Betriebe eintragen lassen können. Ansprechpartner ist Dr. Justus Wilhelm, E-Mail: j.wilhelm@hwk-saarland.de, Telefon 0681/5809-115.

Hintergrund ist das Projekt ‚vom Hörsaal – zum Handwerk‘, das Studienabbrecher über Karrierechancen im Handwerk informiert. Bernd Wegner, Präsident der Handwerkskammer des Saarlandes, weist darauf hin, dass vielen Studierenden die Karrierechancen seines Wirtschaftsbereichs immer noch nicht ausreichend bewusst seien: „Ein Studienabbruch kann der erste Schritt in eine Karriere im Handwerk sein, bis hin zum Meisterbrief und einem eigenem Unternehmen. Hier setzen wir mit unserem neuen Projekt an und klären Studierende auf.“ Die Handwerkskammer des Saarlandes führt derzeit Gespräche mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (htw), um Kooperationsmöglichkeiten im Rahmen der Studienberatung auszuloten. Bereits im Sommer soll ein eigener Studentencoach eingestellt werden, der Studierende anspricht, die ihr Studium abbrechen wollen oder dies schon getan haben. Der Coach soll ihnen dann Perspektiven einer Karriere im Handwerk aufzeigen.

Insbesondere in den technischen Studiengängen sieht Präsident Wegner Schnittstellen zwischen Studium und Ausbildung. Oft sei eine Verkürzung der Lehrzeit möglich, was vielen Studenten allerdings vielfach nicht bekannt sei. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt seien, könnten Interessenten vorzeitig zur Gesellenprüfung zugelassen werden, so Wegner weiter: „Wenn Studienabbrecher und Handwerk zusammenkommen, kann eine win-win-Situation entstehen. Für viele Studierende ist der höhere Praxisanteil einer Ausbildung vorteilhaft. Umgekehrt können Betriebe vom zusätzlichen Wissen der bisherigen Studenten profitieren, insbesondere dann, wenn die Ausbildung etwa mittelfristig zu einer Führungsposition im Unternehmen führen soll“. Nach Angaben der Handwerkskammer haben erste saarländische Handwerksunternehmen bereits ihr Interesse daran bekundet, Studienabbrecher als Auszubildende einzustellen.

Das Bundesinstitut für berufliche Bildung koordiniert bundesweit das Projekt, das der Europäische Sozialfonds und das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördern. 

Saarbrücken, 8. April 2015