Handwerk mit verheißungsvollem Jahresauftakt


Die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) unter rund 1.400 Betrieben belegen einen optimistischen Start ins Jahr 2015.

Die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) unter rund 1.400 Betrieben belegen einen optimistischen Start ins Jahr 2015. Die Stimmung bewegt sich weiterhin auf einem hohen Level. Die Umfragewerte zur Umsatz- und Nachfrageentwicklung halten sich in etwa auf dem Frühjahrsniveau 2014. Die Beschäftigung entwickelt sich nahezu stabil. Der Ausblick auf die kommenden Monate ist sehr optimistisch.

 

„Das saarländische Handwerk ist aufgrund der guten konjunkturellen Rahmenbedingungen verheißungsvoll in das neue Jahr gestartet. Die positive Stimmung drückt sich in den hohen Zufriedenheitswerten aus und ist auch ein Grund dafür, dass unser Handwerk sehr optimistisch nach vorne schaut“, bringt HWK-Präsident Bernd Wegner die Ergebnisse der HWK-Frühjahrsumfrage auf den Punkt.

 

Die Betriebsinhaber bewerteten ihre Geschäftsentwicklung in den ersten drei Monaten dieses Jahres beinahe genauso gut wie vor einem Jahr. Insgesamt 81,9 Prozent beurteilen ihre Geschäftslage mit gut oder befriedigend (Frühjahr 2014 83,1 %). Der Anteil der Betriebe mit guter Geschäfts-lagebeurteilung stieg um 3,4 Prozentpunkte auf nunmehr 32,9 Prozent. Für lediglich rund 18 Prozent der Unternehmen liefen die Geschäfte schlecht (Frühjahr 2014 17%). Insgesamt ist der Stimmungsindikator per Saldo deutlich positiv.

 

Die Umsatzentwicklung wird nur wenig schlechter als vor einem Jahr beurteilt. Denn der Anteil der Betriebe, die steigende Umsätze meldeten, ist mit 19,2 Prozent (Frühjahr 2014: 18,2 %) nur leicht gestiegen, während der Anteil der Betriebe, die geringere Umsätze meldeten um 4,2 Prozentpunkte auf 34,3 Prozent stieg.

 

Auch hinsichtlich der Auftragsentwicklung sind die Umfrageergebnisse mit denen des Frühjahrs 2014 vergleichbar. 67,6 Prozent der Betriebe, fast genauso viele wie vor Jahresfrist, berichten von einem gestiegenen oder konstanten Auftragsbestand. Diesen standen 32,4 Prozent (Frühjahr 2014: 31,9 %) gegenüber, die einen Rückgang verzeichneten.

 

Die Auftragsreichweite lag im Schnitt bei 7,4 Wochen und hat sich gegenüber dem Frühjahr 2014 (7 Wochen) leicht erhöht. Der durchschnittliche Auslastungsgrad der betrieblichen Kapazitäten erreichte mit 73,5 Prozent fast den Frühjahrswert von 2014 mit 74,4 Prozent. Wegner zeigte sich erfreut, dass der Anteil der Betriebe, die zu mehr als 90 Prozent ausgelastet sind sich mit 21,4 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau bewegt (Frühjahr 2014: 22,4 %).

 

Die positive konjunkturelle Entwicklung sorgte dafür, dass 72,5 Prozent (Frühjahr 2013: 75,9 %) der befragten Unternehmen die Beschäftigung konstant hielten. Per Saldo betrachtet ist nur ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Während 15,3 Prozent (Frühjahr 2014: 17,3 %) ihren Personalbestand reduzierten, schufen 12,3 Prozent (Frühjahr 2014: 6,8 %) zusätzliche Arbeitsplätze.

 

HWK-Geschäftsklimaindex

Das im Vergleich zum vergangenen Frühjahr gleiche Stimmungsbild zeigt sich auch im Verlauf des HWK-Geschäftsklimaindex, der die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage sowie die Zukunftserwartungen der Unternehmen abbildet. Er hält sich mit 85 Punkten weiter auf einem hohen Niveau.

 

Branchenbetrachtung

Die positive Stimmung war in allen Handwerksbranchen spürbar. Zwar litt das Bauhauptgewerbe gegenüber 2014 unter rückläufigen Umsätzen, wobei zu berücksichtigen ist, dass 2014 wegen des äußerst milden Winters eine Ausnahmeerscheinung war. Dennoch zeigten sich die befragten Betriebe überwiegend zufrieden mit ihren Geschäften. Deutlich besser war die Laune allerdings bei den Inhabern von Betrieben aus dem Ausbauhandwerk.

 

Eine positive Stimmung herrschte auch bei den Handwerken des gewerblichen Bedarfs. Die Umsatzentwicklung wurde ähnlich dem Frühjahr 2014 beurteilt.

 

Das Kfz-Handwerk beurteilte seine Geschäftslage im ersten Quartal zufriedenstellend. Die Ursache hierfür dürfte an der verbesserten Umsatz- und Nachfrageentwicklung liegen.

 

Ausgesprochen guter Dinge waren die Betriebe des Nahrungsmittelhandwerks, deren Umsätze gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegten.

 

Große Zufriedenheit herrschte auch bei den am privaten Konsum orientierten personenbezogenen Dienstleistern. Hier hat sich im Vergleich zum Frühjahr 2014 die Nachfrage deutlich besser entwickelt. Im Gesundheitshandwerk fiel die Beurteilung der Geschäftslage mehrheitlich zufriedenstellend aus, wenngleich der Saldo bei der Umsatzentwicklung negativ war.

 

Erwartungen sind optimistisch

Die saarländischen Handwerksunternehmen blicken sehr zuversichtlich auf die kommenden Monate. 34,1 Prozent der Betriebe (Frühjahr 2014: 32,3 %) gehen davon aus, dass im zweiten Vierteljahr die Geschäfte besser laufen werden. Insgesamt erwarten 87,9 % (Frühjahr 2014: 87,8 %) eine stabile oder bessere Geschäftsentwicklung. Nur 12,1 % befürchten eine Verschlechterung.

 

Die Nachfrage nach handwerklichen Leistungen dürfte sich nach Meinung der Betriebe deutlich beleben. 33,7 Prozent (Frühjahr 2014: 30,2 %) hoffen auf steigende Auftragszahlen, während 15,8 Prozent (Frühjahr 2014: 14,4 %) mit einem Nachfragerückgang rechnen. Damit erwarten insgesamt 84,2 Prozent (Frühjahr 2014: 85,6 %) eine konstante oder steigende Nachfrage.

 

Auch die Umsatzprognosen sind per Saldo positiv. 36,9 Prozent der Befragten (Frühjahr 2014: 33,4 %) sind davon überzeugt, das zweite Quartal mit einem Umsatzplus abschließen zu können. Mit dem Gegenteil rechnen lediglich 14 Prozent (Frühjahr 2014: 13,3 %).

 

In den kommenden Monaten dürfte sich nach dem Urteil der Betriebe die Beschäftigung weitgehend stabil entwickeln. Rund jeder Zehnte (Frühjahr 2014: 11,6 %) will zusätzliches Personal einstellen und nur 8,4 Prozent (Frühjahr 2014: 6,8 %) planen, die Belegschaft zu verringern. Die große Mehrheit (81,3 %) tendiert dazu, die Mitarbeiterzahl unverändert lassen.

 

Ausblick

Für 2015 rechnen die Wirtschaftsexperten mit einer positiven Entwicklung des Bruttoinlandprodukts auf 2,1 Prozent. „Von dieser positiven Entwicklung werden auch das Saarland und damit das Handwerk profitieren“, ist Wegner überzeugt. Die Zeichen für eine weitere konjunkturelle Belebung sind jedenfalls günstig. „Das belegen auch die positiven Erwartungen an die Umsatz und Nachfrageentwicklung für das zweite Quartal“, so der HWK-Präsident. Allerdings gäbe es auch Risikofaktoren wie die Fachkräfteentwicklung im Handwerk, die sicher zu den größten Herausforderungen der Zukunft zählt.

 

Saarbrücken, 28. April 2015