„Handwerk und Sparkassen sind geborene Partner“


Interview mit Sparkassenpräsidentin Cornelia Hoffmann-Bethscheider
Cornelia Hoffmann-Bethscheider, Präsidentin der Sparkassenverbandes Saar, über die Sposoringphilosophie ihres Hauses

DHB: Die Sparkassen Finanzgruppe hat dieses Jahr erstmals einen Sonderpreis beim saarländischen Denkmalpflegepreis ausgelobt, der Ende Oktober in unserer Handwerkskammer vergeben wurde. Warum ist Ihnen die Denkmalpflege ein wichtiges Anliegen?

Hoffmann-Bethscheider: Denkmäler gehören nicht nur zum kulturellen Erbe der Gesellschaft und sind Gegenstände gemeinschaftlicher Erinnerung. Denkmäler machen die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Vergangenheit anschaulich und unmittelbar erfahrbar. Deshalb ist ihre Pflege so wichtig.

 

DHB: Wie zufrieden sind Sie mit der Wahl der Jury für den Sonderpreis?

Hoffmann-Bethscheider: Es ist der Jury sicherlich nicht leicht gefallen, aus der Vielzahl der tollen Projekte die Preisträger auszuwählen. Es gab lange Beratungen und es wurde viel diskutiert und am Ende stand, wie ich finde, ein sehr gutes Ergebnis. Es freut mich ganz besonders, dass mit dem Sonderpreis der Sparkassen-Finanzgruppe eine Kommune ausgezeichnet wurde. Dies kommt auch in der Laudatio der Jury zum Ausdruck: „Die besondere Leistung hier bestand zunächst darin, dass die Gemeinde Schmelz das Haus, obwohl (noch) nicht in der saarl. Denkmalliste aufgeführt, es wie ein Denkmal behandelte und entsprechen restaurieren ließ“.

 

DHB: Dieser Sonderpreis ist nicht die einzige Unterstützung, mit der sich die Sparkassengruppe für das Handwerk engagiert. Welchen strategischen Vorteil erhoffen Sie sich von dieser Unterstützung?

Hoffmann-Bethscheider: Die Handwerkskammer und die Sparkassen-Finanzgruppe vergeben seit zwanzig Jahren gemeinsam den Förderpreis für kreatives und innovatives Handwerk. Mit diesem Förderpreis und der Unterstützung des Denkmalpflegepreises will die Sparkassenorganisation einen Beitrag leisten zur Zukunftsentwicklung des Handwerks im Saarland. Handwerk und Sparkassen sind „geborene Partner“, da beide fest in ihrer Region verankert und nahe beim Kunden sind. Das Handwerk ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Geht es dem Handwerk gut, geht es auch der Region gut.

 

DHB: Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank macht vielen Kreditinstituten zu schaffen. Welchen Einfluss hat das auf die Sponsoring Strategie der Sparkassen-Finanzgruppe?

Hoffmann-Bethscheider: Die Sparkassen-Finanzgruppe Saar – Sparkassen, SaarLB, LBS und SAARLAND Versicherungen – gehört wohl zu den größten nicht-staatlichen Förderern (unseres Landes. Jedes Jahr stellen wir rund 6 Millionen Euro für Kunst- und Kulturförderung, Sport, die Sozialarbeit sowie Umwelt- und Naturschutz bereit. Wir verstehen uns als Impulsgeber für die heimische Region, über unser eigenes geschäftliches Engagement hinaus. Wir wollen mit dazu beitragen, dass die Lebensqualität in unserer Region erhalten bleibt, ja sich möglichst noch verbessert Deshalb wollen wir uns auch unter den schwieriger werdenden Bedingungen weiter für unser Land und seine Bevölkerung engagieren.

 

DHB: Funktioniert das Miteinander zwischen Kreditinstituten und Mittelstand im Saarland besser als anderswo? Wenn ja, warum?

Hoffmann-Bethscheider: Wir haben hier im Saarland ein sehr gutes Miteinander zwischen Kreditisintituten und Handwerk. Da kommt uns die Kleinheit des Landes zu Gute. Der Sparkassenberater kennt meist den Unternehmer persönlich, aus der Schule, der Nachbarschaft oder dem Verein. Das macht es sicherlich leichter zu kommunizieren. Wie überall in Deutschland werden die meisten Handwerkskredite von den Sparkasseninstituten ausgereicht (83%) ebenso wie über die Hälfte aller Existenzgründungsdarlehen. Denn die Sparkassen sind auch in schwierigeren Zeiten verlässliche Partner. Wir sind mit unseren dezentralen Strukturen überall vor Ort während sich private aus ihrer Region zurückziehen. Daher hat jede Sparkasse ein besonderes Interesse, die wirtschaftliche Entwicklung in ihrer eigenen Region zu fördern: Wir wissen: Was gut ist für die Unternehmen vor Ort, ist auch gut für die örtliche Sparkasse.