HWK fordert Pakt für Fachkräftesicherung


Der in diesem Jahr auslaufende Ausbildungspakt hat bislang sehr erfolgreich gearbeitet. Es ist gelungen allen ausbildungswilligen Jugendlichen eine Lehrstelle zu verschaffen.
Der in diesem Jahr auslaufende Ausbildungspakt hat bislang sehr erfolgreich gearbeitet. Es ist gelungen allen ausbildungswilligen Jugendlichen eine Lehrstelle zu verschaffen. Viele Betriebe, die in den vergangenen Jahren erstmals ausgebildet hatten, sind mittlerweile eine Stütze der Ausbildung geworden. „Durch den Einsatz von Ausbildungsmentoren, über das Instrument der Einstiegsqualifizierung und der individuellen Beratung sowie durch gezielte Ansprache der Ausbildungsbetriebe sind viele junge Menschen zu ihrem Ausbildungsplatz gekommen“, so der Präsident der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) Hans-Alois Kirf. 
 Doch jetzt ändere sich die Situation. Angesichts der zunehmend sinkenden Zahl der Bewerber müsse in der Nachfolge des Ausbildungspaktes ein Pakt für Fachkräftesicherung geschlossen werden. Dieser neue Pakt sollte laut Kirf zur Ausgabe haben, Wege zu finden, um sämtliche Potenziale auf dem Ausbildungs- und Weiterbildungsmarkt für die Fachkräftesicherung zu erschließen. Dies müsste das Ziel der bisherigen Partner des Ausbildungspaktes sein, wolle man die Wirtschaft im Saarland auf lange Sicht stärken.

Derzeit gehen der Wirtschaft die Lehrstellenbewerber aus. Allein im Handwerk sind im letzten Jahr bundesweit rund 9.000 Lehrstellen unbesetzt geblieben. Im Saarland blieben viele Lehrstellenangebote ohne Bewerber. Das hat verschie-dene Gründe. Zum einen ist die Zahl der Schulabgänger geschrumpft, aber auch die Mobilität der Bewerber hat abgenommen. In vielen ländlichen Regionen wird es immer schwieriger, Nachwuchs zu rekrutieren.

Zufrieden zeigt sich Kirf im Hinblick auf die neu abgeschlossenen Lehrverträge. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl trotz der wirtschaftlich schwierigen Rahmen-bedingungen und hoher Abbrecherquote an den Schulen nur um weniger als 3 Prozent geschrumpft. Damit hat das Handwerk im Saarland deutlich besser als der Bundesdurchschnitt abgeschnitten, der bei den neu abgeschlossenen Verträgen einen Rückgang von rund sechs Prozent verzeichnet. 

Für die kommenden Jahre erwartet Kirf eine Verschärfung des Problems. Vor diesem Hintergrund wird die HWK zur Vermeidung eines zukünftigen Fachkräftemangels im Handwerk ihr hohes Engagement zur Besetzung von Ausbildungsplätzen weiter aufrecht erhalten. Die jetzt beginnende Imagekampagne des Handwerks kommt seiner Ansicht nach deshalb zur rechten Zeit. Zudem werde die HWK ihre Aktivitäten in Sachen Nachwuchswerbung weiter ausbauen. Laut Kirf müsse aber auch die Bildungspolitik aktiv werden, um die vorhandenen Defizite in der Schulausbildung abzubauen. Hier sei in der Koalitionsver-ein-barung einiges vorgesehen. Das müsse nun auch zügig umgesetzt werden.