HWK lehnt schärfere City-Verbote für Dieselfahrzeuge ab


Mit Blick auf die jüngste bundesweite Diskussion über die Einführung einer stark verschärften Dieselplakette sowie neuer Umweltzonen warnt die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) vor politischem Aktionismus.
Mit Blick auf die jüngste bundesweite Diskussion über die Einführung einer stark verschärften Dieselplakette sowie neuer Umweltzonen warnt die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) vor politischem Aktionismus. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der kürzlich stattgefundenen Umwelt-ministerkonferenz (UMK) der Bundesländer schließt sich HWK-Präsident Bernd Wegner dabei der Ansicht des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) an, eine Luftreinhaltepolitik mit Augenmaß zu betreiben. "Das Saarland braucht eine angemessene Luftreinhaltepolitik. Eine Verschärfung der Umweltzonen und ein Ausschluss älterer Fahrzeuge wäre reine Symbolpolitik. Die verfügbaren Neufahrzeuge tragen kaum mehr zur Stickoxid-Reduzierung bei“, so Wegner.
Fahrverbote würden zu einer schlagartigen Entwertung eines Großteils der handwerklichen Fuhrparks führen. Das beträfe zahllose auch junge Dieselfahrzeuge, die Handwerker im Vertrauen auf die jeweils zu diesem Zeitpunkt geltenden Abgasnormen erworben haben. Ihr vorzeitiger Ersatz würde daher weder ökologisch noch ökonomisch Sinn machen. Für eine weitere Modernisierung der Fuhrparks brauchen Handwerksunternehmen in erster Linie Planungssicherheit.
Wegner mahnt an, dass Handwerksbetriebe nicht für Fehler der Politik und der Automobilhersteller haftbar gemacht werden dürfen. „Für unsere Unternehmen gibt es auf absehbare Zeit keine Alternativen zu Dieselfahrzeugen. Die Automobilindustrie ist hier in der Pflicht, schnell geeignete und wirtschaftlich tragbare Dieselfahrzeuge auf den Markt zu bringen, die spürbar Stickstoffe reduzieren.“
Dass sich die Schadstoffreduzierung im Bereich der Stickoxide zuletzt verlangsamt hat, liegt in erster Linie an der fehlenden Koordinierung von Luftreinhaltegrenzwerten mit den Richtlinien für Neufahrzeuge, sowie den Abweichungen der von den Autoherstellern zugesicherten Abgaswerte vom Ausstoß im Realbetrieb. Vor diesem Hintergrund fordert das Handwerk eine nachhaltige Verkehrs- und Luftreinhaltepolitik, die Verkehrsströme optimiert sowie den Öffentlichen Personennahverkehr, die Ferngüterlogistik und das Radverkehrsnetz ausbaut.