HWK stellt Weichen für die Zukunft


Handwerkskammer legt Gesamtstrategie und Masterplan Handwerk 2020 vor
alte Mitteilung

Die Handwerkskammer des Saarlandes stellte heute (21.12.2015) im Rahmen eines Pressegesprächs ihre Gesamtstrategie bis zum Jahr 2020 vor. Sie umfasst insgesamt acht Handlungsfelder mit rund 100 Maßnahmen. Eine dieser Maßnahmen ist der „Masterplan Handwerk 2020“, den die Kammerspitze im Frühsommer dieses Jahres angekündigt hatte. Der von der Vollversammlung einstimmig beschlossene Masterplan befasst sich als Teil der Gesamtstrategie vor allem mit Gewerke übergreifenden Themen wie Infrastruktur und regionale Entwicklung, Fachkräftesicherung und Qualifizierung, Unternehmensförderung, Umweltpolitik sowie internationale Zusammenarbeit in der Großregion Saar-Lor-Lux-Wallonie. Ein besonderes Augenmerk legt die HWK auf die innere Geschlossenheit des saarländischen Handwerks. So wird sie die Zusammenarbeit mit Fachverbänden und Innungen verstärken.
 

Fachkräftesicherung und Digitalisierung

HWK-Präsident Bernd Wegner unterstreicht: “Der Masterplan beschreibt schlaglichtartig, was uns wichtig ist, wo wir Kräfte bündeln werden und wo wir an die Unterstützung der Landesregierung appellieren.“ Das Thema Fachkräftesicherung und Qualifizierung nimmt eine zentrale Rolle ein. „Angesichts der aktuellen Entwicklung der Ausbildungszahlen ist das Thema wichtiger denn je“, so Präsident Wegner. Die Fachkräftesituation erfordert nach Ansicht der HWK intensivere Anstrengungen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Um junge Menschen für das Handwerk zu begeistern, setzt die Kammer zukünftig verstärkt auf soziale Medien. Nicht zuletzt mit der geplanten baulichen Neuaufstellung ihrer Bildungseinrichtungen zielt die Kammer darauf ab, die handwerkliche Aus- und Weiterbildung im saarländischen Handwerk zukunftsfest zu machen.

Auch das Thema Digitalisierung besitzt Priorität. Die Kammer hatte bereits im Sommer eine Umfrage zur Breitbandversorgung unter Ihren Mitgliedsbetrieben durchgeführt. Als Pilotkammer für digitales Lernen im Handwerk startete sie zudem im Dezember mit Bildungsminister Ulrich Commerçon die Praxisphase des Projekts „KOLA - Kompetenzorientiertes Lernen im Arbeitsprozess mit digitalen Medien“.
 

Zentrale Appelle

Die HWK fordert die Landesregierung unter anderem auf, den Breitbandausbau gerade in den ländlichen Gebieten voran zu treiben. Zudem soll sie die Fachkräftesicherung, Qualifizierung und betriebliche Beratung weiterhin finanziell fördern und den Umweltpakt Saar weiter ausbauen. Sie ruft die Landesregierung darüber hinaus auf, die Kompetenz des Saar-Lor-Lux Umweltzentrums bei der Integration von Flüchtlingen zu nutzten und finanziell zu unterstützen.

Bei den Themen Umweltschutz und Energieeffizienz beabsichtigt die HWK, ihre Führungsrolle auszubauen, so zum Beispiel bei der bundesweiten Mittelstands initiative „Energiewende und Klimaschutz“. „Mit unserer Gesamtstrategie“, so Präsident Bernd Wegner, „stellen wir die Weichen für die Zukunft unserer Handwerkskammer. Man könnte sagen, wir erfinden uns gerade ein Stück weit neu.“
 

Wirtschaftliche Entwicklung

Ein weiteres Thema des Pressegesprächs war die wirtschaftliche Entwicklung des saarländischen Handwerks. „Die Handwerksbetriebe im Saarland zeigten sich grundsätzlich zufrieden mit ihrer Geschäftsentwicklung. Die Stimmung der Betriebsinhaber war durch das Jahr hinweg positiv. Die Betriebsauslastung und die Auftragsreichweiten bewegten sich auf einem hohen Niveau“, so HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes. Die Abschwächung bei der Beschäftigung unterstreiche, dass die Fachkräfteproblematik im Handwerk angekommen sei. „Der positive Geschäftsklimaindex verdeutlicht aber die Zuversicht unseres Wirtschaftsbereichs für eine weiterhin gute Entwicklung im vierten Quartal“, so Klein-Zirbes weiter. Für das Gesamtjahr 2015 rechnet die HWK im saarländischen Handwerk mit einem Umsatzplus von 0,5 bis einem Prozent.