Jubiläum: 50. Meisterfeier der Handwerkskammer


Bundesminister Peter Altmaier gratulierte am 10. Mai den neuen Jungmeisterinnen und Jungmeistern zur erfolgreichen Meisterprüfung.

Bundesminister Peter Altmaier gratulierte am 10. Mai den neuen Jungmeisterinnen und Jungmeistern zur erfolgreichen Meisterprüfung. Über 17.000 Meisterbriefe wurden seit  In 50 Jahren Meisterfeier wurden überreicht.

 

„Ihr Meisterbrief ist nicht einfach ein Stück Papier, sondern ein Ausweis höchster Qualität, ein wahres Gütesiegel. Damit halten Sie den Schlüssel für Ihre berufliche Zukunft in den Händen. Ich wünsche mir, dass viele von Ihnen diese Chance nutzen und sich eine eigene berufliche Existenz aufbauen“, appellierte der Chef des Bundeskanzleramts, Minister Peter Altmaier, an die 235 frischgebackenen Jungmeisterinnen und Jungmeistern anlässlich der diesjährigen HWK-Meisterfeier in der Saarbrücker Congresshalle. Der Bundesminister betonte den besonderen Anlass der dies-jährigen Meisterfeier, die mittlerweile auf ein 50-jähriges Bestehen zurückblicken kann und 1966 ihre Premiere feierte. Vor rund 1.500 geladenen Gästen gratulierten Altmaier und HWK-Präsident Bernd Wegner den Jungmeisterinnen und Jungmeistern zur bestandenen Meisterprüfung.

 

Ohne Meister geht es nicht
„Ich möchte Ihnen als Elite unseres Wirtschaftsbereiches schon zu Beginn eines mit auf den Weg geben: Seien Sie sich Ihres hohen Wertes für unsere Gesellschaft immer bewusst. Denn ohne Meister geht es nicht“, unterstrich Wegner in seiner Eröffnung den besonderen Stellenwert der Meisterinnen und Meister in der Öffentlichkeit. Bei der Fachkräfteversorgung komme der Meisterweiterbildung eine Schlüsselrolle zu. Sie trage die Duale Berufsausbildung und leiste einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stabilität sowie zur Entwicklung und Zukunftsfähigkeit des Handwerks bei.

 

Herzstück des Mittelstandes
„Menschen wie Sie bringen unser Land mit neuen Ideen und Eigeninitiative voran“, so Altmaiers Botschaft an die Jungmeisterinnen und Jungmeister.  Eine Wirtschaft könne nur mit leistungsfähigen und wettbewerbsstarken Unternehmen funktionieren. „Diese kann es nur geben, wenn immer wieder Menschen mit Tatkraft und Innovationsgeist die Selbstständigkeit wagen“, sagte Altmaier und unterstrich damit Bedeutung des Handwerks als Herzstück des Mittelstandes. Der Aufbau eines neuen oder die Übernahme eines bestehenden Betriebes sei ein ganz zentraler Schlüssel für neue Arbeitsplätze in unserem Land und für die Ausbildung neuer Generationen im Handwerk. „Denken Sie daran, wenn Sie selbst in Zukunft ausbilden: Die Meisterausbildung ist eng mit der Ausbildung zum Unternehmer verbunden.“

 

Meisterbrief wertet Handwerk auf
Florian Jost, Jungmeister im Tischlerhandwerk, dankte allen Beteiligten, die diesen erfolgreichen Abschluss überhaupt ermöglicht haben. Sein Appell an alle Jungmeisterinnen und Jungmeister: „Ergreift die Chance, wenn sie sich Euch bietet, führt traditionsreiche Betriebe weiter und bildet junge Menschen aus.“ Jost führt seit der bestandenen Prüfung das Unternehmen seines ehemaligen Lehrmeisters mit diesem gemeinsam. Diesen Schritt zu gehen, dazu könne er nur jede Jungmeisterin und jeden Jungmeister ermutigen.

 

Die Ehrung der Jahresbesten der Meisterlehrgänge nahmen anschließend Minister Altmaier, Kammerpräsident Bernd Wegner und Hauptgeschäftsführer Georg Brenner vor. Frank Saar, Vorstandmitglied der Sparkasse Saarbrücken überreichte für die Sparkassenfinanzgruppe die Sonderpreise an die drei Jahrgangsbesten. Die Preise gingen an Tischlermeister Yves Gaschott (1.Preis), Kfz-Technikermeister Maximilian Scheel (2.Preis) und Metallbauermeisterin Lena Heil (3. Preis). Anschließend erhielten alle Jungmeisterinnen und Jungmeister von den anwesenden Landesinnungsmeistern und den Vorsitzenden der Meisterprüfungsausschüsse den begehrten Meisterbrief.

 

In seinem Schlusswort erinnerte HWK-Hauptgeschäftsführer Georg Brenner daran, dass der Meisterbrief nicht nur eine solide Basis für die Karriereentwicklung im Handwerk sei, sondern auch eine der besten Versicherungen gegen die Risiken des Wirtschaftslebens und eine VIP-Eintrittskarte in die Welt der Selbstständigkeit.

 

Hintergrund
Von 1966 bis heute wurden in den 50 Meisterfeiern insgesamt 17.269 Meisterbriefe in 75 verschiedenen Berufen überreicht. Spitzenreiter bei den Berufen sind die Elektrotechniker mit 3.037 Meisterbriefen direkt gefolgt von den Kraftfahrzeugtechnikern mit 2.877 und den Installateur und Heizungsbauern mit 2.023 Meisterbriefen. Schon damals waren technische Handwerksberufe also gefragt, was dem Vorurteil widerspricht, Handwerk sei „altmodisch“.
Das Schlusslicht im Ranking bilden heute nicht mehr im Saarland ausgebildete Berufe wie Wäscheschneider oder Sattler, aber auch Müller und Drechsler gehören zu dieser Gruppe. Natürlich bedeutete die Novellierung der HWO von 2004 einen empfindlichen Einschnitt in die Meister-Weiterbildung, da in vielen Handwerksberufen die Meisterausbildung von staatlicher Seite nicht mehr gefordert wurde.
Die Premierenfestrede hielt 1966 der saarländische Kultusminister Werner Scherer, der mit HWK-Präsident Karl Stübinger und HWK-Hauptgeschäftsführer Spengler die ersten Meisterbriefe aushändigte.

 

Die geehrten Jahrgangsbesten 2015 sind:

• Björn Kaiser, Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister, Völklingen
• Lena Heil, Metallbauermeisterin, Neunkirchen
• Maximilian Schell, Kraftfahrzeugtechnikermeister, Saarbrücken
• Marian Tokarczyk, Installateur- und Heizungsbauermeister, München
• Tim Phillip Siebenschuh, Elektrotechnikermeister, Lebach
• Yves Gaschott, Tischlermeister, Saarbrücken
• Caroline Daverio, Bäckermeisterin, Neunkirchen
• Lisa Laub, Konditormeisterin, Neunkirchen
• Janina Post, Friseurmeisterin, Mandelbachtal

 

Sonderpreise der Sparkassenfinanzgruppe Saar

1. Sonderpreis
Tischlermeister Yves Gaschott aus Saarbrücken

2. Sonderpreis
Kraftfahrzeugtechnikermeister Maximilian Scheel aus Saarbrücken

3. Sonderpreis
Metallbauermeisterin Lena Heil aus Neunkirchen