Neue Querschnittsberufe: „Schnellschuss wenig hilfreich“


Vor einem Schnellschuss warnt die Handwerkskammer des Saarlandes hinsichtlich der von Spitzenverbänden der Industrie und des Handels ins Spiel gebrachten Querschnittsberufe wie Brandschutzmechatroniker oder Facility Manager
Vor einem Schnellschuss warnt die Handwerkskammer des Saarlandes hinsichtlich der von Spitzenverbänden der Industrie und des Handels ins Spiel gebrachten Querschnittsberufe wie Brandschutzmechatroniker oder Facility Manager. HWK-Präsident Bernd Wegner unterstreicht, der Verbraucherschutz dürfe dabei nicht unter die Räder kommen: „Im Handwerk hat Verbraucherschutz eine sehr hohe Bedeutung. Leider werden schon heute oft genug unzureichende Leistungen aus Bereichen wie ‚Hausmeisterservice‘ unserem Wirtschaftsbereich zugeschrieben, obwohl diese Betriebe bei uns in den seltensten Fällen Mitglied sind. Darunter leidet das Image ordentlicher Handwerksunternehmen, ähnlich wie bei der Fachkraft für Küchen-, Möbel- und Umzugsservice. Wir verschließen uns neuen Initiativen anderer Wirtschaftsverbände nicht. Aber Schnellschüsse sind selten hilfreich“, erklärte Wegner. Besser sei es, auch in neuen Dienstleistungsfeldern über Meisterqualifizierungen nachzudenken, die entsprechende Inhalte wie eine energiesparende Stromversorgung oder Schutzmaßnahmen in der Heizungstechnik hätten. „Wir haben im Handwerk genau die Experten, die diese Kenntnisse fachlich sicherstellen und vermitteln können“, erläuterte der HWK-Präsident.

HWK-Vizepräsident Becker unterstreicht die Bedeutung qualifizierter Ausbildung für den Verbraucherschutz: „Der angedachte Facility Manager beispielsweise soll Dienstleistungen aus dem Bereich des Elektrohandwerks, sowie des Anlagen-, Sanitär- und Klimaschutzhandwerks oder des Tischlerhandwerks und weiterer handwerklicher Berufe gewerkübergreifend anbieten. Diese Tätigkeiten sind schon Bestandteil der Ausbildungsberufe des Handwerks. Anstatt neue Berufe als Sammelsurium von Tätigkeiten, die nicht in Beziehung zueinander stehen, zu schaffen, muss es eher darum gehen, die Expertise aus den einzelnen Gewerken zu bündeln. Dies wäre transparenter und für die Marktteilnehmer wesentlich attraktiver.“