Kola


Startschuss zur Praxisphase des Projekts „KOLA – Kompetenzorientiertes Lernen im Arbeitsprozess mit digitalen Medien“
Gemeinsam mit dem saarländischen Bildungs- und Kulturminister Ulrich Commerçon und ihren Kooperationspartnern hat die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) heute am Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrum 1 (TGBBZ 1) in Saarbrücken die Praxisphase des Projekts „KOLA – Kompetenzorientiertes Lernen im Arbeitsprozess mit digitalen Medien“ eingeläutet. Dabei geht es darum, mittels mobiler Medien wie Smartphones die räumliche Trennung von Schule, Betrieb und Bildungseinrichtungen des dualen Systems zu überbrücken. Minister Commerçon: „Mit dem zukunftsweisenden Projekt KOLA wird Lernen im saarländischen Handwerk ortsunabhängiger und noch zeitgemäßer. Durch den Einsatz von Werkzeugen wie Tablets kann die Lernmotivation junger Menschen gesteigert werden. Dadurch wird Lernen effizienter.“

Für HWK-Hauptgeschäftsführer, Dr. Arnd Klein-Zirbes, ist die Digitalisierung längst im Handwerk angekommen: „Wer über Digitalisierung spricht, darf vom Schlagwort Kompetenz nicht schweigen. Deshalb haben wir das Projekt KOLA aufs Gleis gesetzt. Basis ist eine Lernplattform, auf die man immer und von überall Zugriff hat. Die Werkstätten der Gewerbeförderungs- und Technologiezentrale (GTZ) sind durch sie mit der Lernwelt der Auszubildenden vernetzt. KOLA ist ein Beleg dafür, dass die Begriffe Innovation und Handwerk eng zusammengehören.“

Die HWK hat zusammen mit Forschungseinrichtungen aus Hessen und der Pfalz das Projekt angeschoben, um die Möglichkeiten des „mobile learning“ in der dualen Berufsausbildung zu erforschen. Die Allianz aus der HWK, der Technischen Universität Kaiserslautern, dem Institut für Technologie und Arbeit und dem Hessischen Telemedia Technologie Kompetenz-Center erhält knapp eine Million Euro aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und wird durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert.

In der Durchführung wird die Projektgruppe dabei durch das TGBBZ 1 in Saarbrücken und zwölf saarländische Elektrobetriebe unterstützt. Mit diesem Team werden über die kommenden zwei Jahre am Beispiel der Ausbildung im Elektrohandwerk Wege erforscht, wie die vielfältigen Ausbildungs- und Arbeitsstätten in der Berufsausbildung vernetzt werden können, um Lernenden wie Lehrenden die Mittel an die Hand zu geben, die Ausbildung praxisnäher, wirksamer und effektiver zu gestalten. Die eigens entwickelte mobile Plattform bringt alle Seiten der dualen Berufsausbildung zusammen und schafft Möglichkeiten und Anreize, um über die Darstellung des Arbeits- und Ausbildungsprozesses der Azubis in der Plattform miteinander in Kontakt zu treten und sich in seiner eigenen Ausbildung auf die anderen Lernorte zu beziehen.

In der wissenschaftlichen Begleitung der Erprobungsphase wird unter anderem geprüft, welche Anforderungen der Arbeitsalltag an die Apps und Geräte stellt und wie sich Prozesse in den Ausbildungsbetrieben, an der Berufsschule und der überbetrieblichen Ausbildung verändern. Darüber hinaus wird betrachtet, welche innovativen Nutzungsmöglichkeiten die Auszubildenden und Ausbilder im täglichen Umgang mit den Geräten entwickeln. Auch kritische Aspekte der Nutzung dieser mobilen Gerätehat das Projekt im Blick. So geht man der Frage nach, wo der Technologie Grenzen zu setzen sind, beispielsweise wenn die Transparenz zur Überwachung wird oder wenn neben der Beschäftigung mit der Technik das eigentliche Arbeiten und Lernen zu kurz zu kommen drohen.