„Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen“


Interview mit Mona Linnebacher. Sie hielt das Grußwort der Jungmeister auf der  Meisterfeier.  
Jungmeisterin Mona Linnebacher im Interview. Sie hielt auf der Meisterfeier das Grußwort der Jungmeisterinnen und Jungmeister.

DHB: Frau Linnebacher, was bedeutet der Meisterbrief für Sie?

Linnebacher: Mit dem Meistertitel verbinde ich ein Gefühl von Freiheit. Er hat mir den Weg für meine berufliche Zukunft geebnet.

DHB: Sie sprechen in Ihrer Rede die Teamfähigkeit an. Was bedeutet für Sie Teamarbeit und was macht ein gutes Team aus?

Linnebacher: Teamarbeit heißt für mich, dass jeder seine individuellen Stärken einbringt, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Ein erfolgreiches Team besteht deshalb aus unterschiedlichen Charakteren, die sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam Lösungen finden. Dabei sind ein offener Umgang aller Beteiligten und die Bereitschaft, bei Bedarf Hilfe zu stellen sowie diese auch anzunehmen von entscheidender Bedeutung.

DHB: Was hat Ihre Entscheidung, den Meisterbrief zu machen, beeinflusst?

Linnebacher: Schon zu Beginn meiner Lehre war mir klar, dass ich danach auch den Meister machen möchte. Als ich dann ein Weiterbildungsstipendium erhielt, wurde mir diese Entscheidung nur noch erleichtert.

DHB: Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Linnebacher: Im Moment erweitere ich meine praktischen Erfahrungen, welche ich in absehbarer Zeit im Bereich der Arbeitsvorbereitung einbringen möchte.

DHB: Die Ministerpräsidentin sprach das Thema Selbstständigkeit an. Wäre das auch für Sie eine Option für die Zukunft? Linnebacher: In meinem Gewerk ist es nicht leicht, sich eine Selbstständigkeit aufzubauen, da diese mit hohen Investitionen verbunden ist. Die Übernahme eines bestehenden Betriebes hingegen könnte ich mir schon eher vorstellen.

DHB: Frauen werden in sogenannten Männerberufen immer noch unterschätzt. Welchen Rat können Sie Frauen mitgeben, die sich mit einem solchen Gedanken beschäftigen?

Linnebacher: Ist es wirklich notwendig, zwischen Mann und Frau zu differenzieren? Jeder Mensch hat unterschiedliche Qualitäten. Daher sollte man sich lieber die Frage stellen: „Wie kann ich die Qualitäten dieses Menschen bestmöglich einsetzen?“ Wer sich also Gedanken über sogenannte „Männerberufe“ macht, verschwendet meiner Meinung nach nur seine Zeit.

DHB: Sie haben in Ihrer Rede die Vorurteile angesprochen, die Frauen in den angesprochenen Berufen entgegengebracht werden. Sie sprechen ja aus eigener Erfahrung. Das ist sicher nicht immer einfach. Wie können diese Frauen dem entgegenwirken?

Linnebacher: Der Begriff Vorurteil lässt sich durch Streichen der Buchstaben „ur“ schnell verbessern. Deshalb empfehle ich allen Frauen, sich eine gesunde Arroganz anzugewöhnen. Man darf sein Licht nicht unter den Scheffel stellen und muss gelegentlich auch klare Worte finden, um seine Position zu verteidigen.

DHB: Welchen Rat können Sie Jungesellinnen und Gesellen geben, die sich mit dem Meisterbrief befassen. Worauf müssen die sich einstellen?

Linnebacher: Als Meisteranwärter/ in sollte man dazu bereit sein, seine Freizeit zu investieren und Eigeninitiative zu zeigen. Auch kann ich aus meiner Erfahrung heraus sagen, dass ein gutes Zeitmanagement, Durchhaltevermögen und hin und wieder ein kühles Bier entscheidend sind.