Wichtige Plattform für das Handwerk


Gemeinschaftsbeteiligung zeigt Leistungsspektrum auf Internationaler Saarmesse. Wichtiges Instrument für Kundenpflege und Geschäftsanbahnungen

Gemeinschaftsbeteiligung zeigt Leistungsspektrum auf Internationaler Saarmesse. Wichtiges Instrument für Kundenpflege und Geschäftsanbahnungen

Es schwingt am heutigen Abend ein bisschen Wehmut mit, weil die Saarmesse in dieser Form wohl das letzte Mal stattfindet. Es ist mir aber wichtig, zu betonen, dass das Handwerk eine Plattform als Schaufenster seiner Leistungsstärke benötigt. Für das Saarland ist dies nicht zuletzt mit Blick auf das Standortmarketing wichtig“, brachte HWK-Präsident Bernd Wegner die Erwartung des Handwerks mit Blick auf die ungewisse Zukunft der Saarmesse gegenüber Finanzminister Toscani am Tag des saarländischen Handwerks auf der Internationalen Saarmesse deutlich zum Ausdruck. Mit kaum einem anderen Vertriebskanal ließen sich Geschäftsanbahnung, Kundenpflege und Verbraucherberatungen so effizient umsetzen wie mit der Messe. Diese Ansicht teilen die ausstellenden Handwerksunternehmen. Das Angebot der HWK in Richtung Politik lautet: „Wir werden uns auch in Zukunft konstruktiv einbringen und stehen sowohl der Stadt als auch dem Land gerne mit Rat und Tat zur Seite.“

 

Neues Konzept in Aussicht gestellt

Minister Toscani unterstrich die Bedeutung des Handwerks für die Saarwirtschaft. Er stellte in Aussicht, dass Stadt und Land gemeinsam ein neues Messekonzept erarbeiten wollen, um der Saarwirtschaft eine Präsentationsplattform bereitzustellen. „Wir werden dem Saar-Handwerk auch in Zukunft eine Bühne zum Angebot seiner Leistungen bieten“, so der Minister. Für Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz ist eine Neuausrichtung des saarländischen Messe- und Kongressstandortes dringend geboten. Der jetzige Messebetrieb belaste den städtischen Haushalt pro Jahr mit 800.000 Euro. Das sei für eine Stadt in Haushaltsnotlage ein nicht zu stemmender Kraftakt. Die ausstellenden Firmen sind jedenfalls enttäuscht, dass die Zukunft der Saarmesse ohne sich abzeichnende Alternativen wohl in den Sternen steht.

 

Forum junger Handwerksunternehmer engagiert

Die Schlagzeilen im Vorfeld der Messe erschwerten die Akquise, um Aussteller für die Messe zu gewinnen. „Hier ist dem Forum junger Handwerksunternehmer ein großes Lob auszusprechen“, sagt Wegner. Es sei dem Vorsitzenden des Forums, Helmut Zimmer, zu verdanken, dass er Mitglieder zur Messeteilnahme motivieren konnte. Helmut Zimmer unterstreicht: „Für das Forum ist die Saarmesse eine wichtige Plattform. Von den zehn Ausstellern sind sechs Mitglieder des Vereins. Das macht mich stolz. Schade, dass bislang keine überzeugende Messe-Alternative entwickelt wurden.“

 

Aussteller beurteilen Messe positiv

Die Mehrheit der Aussteller ist mit dem Messeformat zufrieden und das, obwohl die Besucherzahlen in diesem Jahr nicht zuletzt wegen der negativen Berichterstattung im Vorfeld deutlich nachgelassen hatte. Für Dachdeckermeister Fess bietet sie genau den Rahmen, um Kundenkontakte zu generieren. Gerade das gemischte Publikum ermögliche es, mit Leuten in Kontakt zu kommen, die man so sonst nicht erreichen könne, so Fess. Der gleichen Ansicht ist auch Peter Klos, der seine Terrazzoangebote weiter bekannt machen möchte. Die Laufkundschaft einer solchen Verbrauchermesse sei es, die ihm das nötige Nachfragespektrum liefere. Dagegen zeigte sich Heizungsbauer Dieter Baller mit der Besucherfrequenz weniger zufrieden. Auch der verlängerte Mittwoch habe nicht den gewünschten Schub gebracht. Generell sei die Messe einfach zu lang, so seine Einschätzung.

 

Vom 9. bis 17. April präsentierte das Saar-Handwerk auf der Saarmesse mit einer Gemeinschaftsbeteiligung und umfassenden Rahmenprogramm seine Vielfalt. Der Auftritt wurde vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr (MWAEV) unterstützt, von der HWK und dem saar.is e. V. organisiert und betreut.