
Die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) appelliert an das saarländische Bildungsministerium, die geplante Einführung einer einheitlichen Mediengebühr an weiterführenden Schulen nochmals zu überprüfen. Insbesondere die zum Teil deutlich steigenden Kosten an beruflichen Schulen würden nach Einschätzung der HWK viele Auszubildende im Handwerk zusätzlich belasten.
„Das Handwerk braucht qualifizierte Fachkräfte. Deshalb sollten wir Auszubildende nicht durch zusätzliche Kosten belasten. Sinnvoll wäre es, die Mediengebühren an beruflichen Schulen zu deckeln oder zumindest auf einem sehr niedrigen Niveau zu halten. Das wäre ein wichtiges Signal zur Stärkung der dualen Ausbildung“, sagt HWK-Hauptgeschäftsführer Hans-Ulrich Thalhofer.
Die geplante Pauschalgebühr pro Schuljahr würde für viele Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen eine spürbare Mehrbelastung bedeuten. Aus Sicht der HWK steht dies im Widerspruch zum politischen Ziel, die berufliche Bildung zu stärken und die Fachkräftesicherung nachhaltig zu unterstützen. „Wer mehr junge Menschen für eine Ausbildung gewinnen möchte, sollte die Rahmenbedingungen verbessern und nicht zusätzliche finanzielle Hürden aufbauen“, betont Thalhofer.
Zugleich weist die Handwerkskammer auf bestehende Defizite bei der digitalen Infrastruktur an einigen beruflichen Schulen hin. In einzelnen Handwerksberufen kommen bereits eigene Tablets zum Einsatz, über die Lerninhalte und digitale Medien bereitgestellt werden. Allerdings ist die WLAN-Infrastruktur vor Ort teilweise nicht ausreichend leistungsfähig.
„Wenn digitale Lernmittel verpflichtend eingesetzt werden, muss auch die technische Ausstattung der Schulen den Anforderungen entsprechen. Eine moderne digitale Bildung braucht nicht nur Endgeräte und Lernmedien, sondern auch eine verlässliche Infrastruktur“, so Thalhofer.