InnoBonus – Förderprogramm für Handwerksbetriebe hochinteressant

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Nach Ansicht des HKW-Digitalisierungsbeauftragten Alexander Petto haben viele Handwerksbetriebe oft gar nicht auf dem Schirm, dass sie im Grunde ständig Innovation betreiben.

Wenn von Forschung und Entwicklung die Rede ist, denken die meisten zuerst an große Industrieunternehmen, Labore oder Universitäten. Dass auch im Handwerk geforscht und entwickelt wird, kommt den meisten gar nicht in den Sinn. Dabei entstehen gerade dort tagtäglich neue Lösungen: Ein Problem auf der Baustelle, eine Idee in der Werkstatt, eine Verbesserung im Ablauf – und schon wird etwas anders gemacht als zuvor.

Genau so entstehen Innovationen. Im Handwerk passiert das nicht im Labor, sondern mitten im Arbeitsalltag. Dinge werden ausprobiert, angepasst und verbessert. Oft merkt der Betrieb gar nicht, dass er gerade etwas entwickelt, das auch über die eigene Werkstatt hinaus interessant sein könnte. In den Betrieben – und vor allem in den Köpfen der Handwerkerinnen und Handwerker – steckt ein enormes Potenzial. Ein Schatz, der wirtschaftlich weitaus mehr Sprengkraft hat, als vielen bewusst ist.

Von außen wirken Handwerksbetriebe manchmal konservativ, weil sie auf Erfahrung und Bewährtes setzen. Gleichzeitig ist kaum ein anderer Wirtschaftszweig so schnell darin, neue Lösungen praktisch umzusetzen. Große Industriebetriebe sind oft wie Dampfer: Bis dort eine neue Idee umgesetzt wird, müssen viele Ebenen überzeugt, Prozesse abgestimmt und Budgets freigegeben werden. Handwerksbetriebe hingegen sind eher Schnellboote – sie probieren aus, entscheiden pragmatisch und steuern flexibel nach.

Förderprogramm InnoBonus

Genau hier setzt das Förderprogramm InnoBonus des Saarlandes an. Es unterstützt Unternehmen dabei, ihre Ideen gemeinsam mit Hochschulen oder Forschungsinstituten weiterzuentwickeln. Viele Betriebe kämen gar nicht auf die Idee, eine wissenschaftliche Einrichtung einzubinden. Dabei kann genau das der entscheidende Schritt sein, um aus einer guten Idee ein neues Produkt, Verfahren oder eine technische Lösung zu entwickeln.

Das Programm funktioniert unkompliziert: Ein saarländisches Unternehmen kann eine Hochschule oder ein Forschungsinstitut beauftragen, eine konkrete Forschungs- oder Entwicklungsleistung zu erbringen – etwa eine technische Untersuchung, Machbarkeitsstudie, Materialanalyse oder die Entwicklung eines neuen Verfahrens. Das Land übernimmt dabei einen Großteil der Kosten und fördert Projekte mit bis zu 75 Prozent Zuschuss.

Es gibt zwei Förderstufen. In der ersten Stufe geht es um vorbereitende Untersuchungen, beispielsweise zur technischen Umsetzbarkeit einer Idee oder zu ihrem Entwicklungspotenzial. In der zweiten Stufe folgt die konkrete Entwicklung eines neuen Produkts, Verfahrens oder einer Dienstleistung. Beide Stufen können aufeinander aufbauen – wenn also aus einer anfänglichen Analyse später ein echtes Entwicklungsprojekt entsteht.

Technologietransfer in der Praxis

Für das Saarland ist dieses Programm besonders interessant, weil es zwei Welten zusammenbringt, die bisher oft nebeneinander gearbeitet haben: Unternehmen mit ihren praktischen Ideen auf der einen Seite und Hochschulen mit wissenschaftlicher Expertise auf der anderen. Wenn beides zusammenkommt, entsteht der Technologietransfer, den man sich seit Jahren wünscht. Noch wissen viele Betriebe allerdings gar nicht, dass es diese Möglichkeit gibt – und erkennen gute Ideen im Alltag nur selten gleich als potenzielle Forschungsprojekte.

Unterstützung durch Digi-BIT der Handwerkskammer

„In den meisten Fällen beginnt es ganz unspektakulär mit einem Gespräch“, erklärt Alexander Petto, Digi-BIT der Handwerkskammer des Saarlandes. „Ein Betrieb schildert ein Problem oder eine Idee, die im Arbeitsalltag entstanden ist. Dann schauen wir gemeinsam, ob darin vielleicht mehr steckt – also ob sich daraus ein Forschungs- oder Entwicklungsprojekt ableiten lässt.“

Ein wichtiger Schritt besteht oft darin, den passenden wissenschaftlichen Partner zu finden. „Wenn sich zeigt, dass ein Thema Potenzial hat, überlegen wir gemeinsam, welche Hochschule oder welches Forschungsinstitut dazu passen könnte. Gleichzeitig prüfen wir, ob eine Förderung über Programme wie den InnoBonus möglich ist.“

Und wie geht es weiter, wenn daraus tatsächlich ein Projekt entsteht? „Dann begleite ich den Betrieb auch im weiteren Verlauf“, sagt Petto. „Von der ersten Idee über die Antragstellung bis hin zur Umsetzung des Projekts. Für viele Betriebe ist so ein Prozess neu – da hilft es, wenn jemand den Weg schon ein paar Mal gegangen ist.“

Weitere Infos zum InnoBonus


Ansprechpartner


Alexander Petto
Beauftragter für Innovation und Technologie (DIGI-BIT)*
Themenschwerpunkt Digitalisierung
Telefon 0681 5809-141
a.petto@hwk-saarland.de

* Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Die Umsetzung wird zusätzlich durch Landesmittel unterstützt.