
Rund zwei Drittel der 12 bis 19 Jahre alten Jugendlichen in Deutschland nutzen Instagram regelmäßig, und auch TikTok erreicht in dieser Altersgruppe ähnlich hohe Werte. Wer dort präsent ist, spricht Talente direkt an, selbst wenn sie nicht aktiv nach einer Stelle suchen.
Social-Media-Recruiting ist deshalb ein schneller, kostengünstiger Weg, offene Stellen im Handwerk zu besetzen, wie die Handwerkskammern Karlsruhe (Diana Friedl, HWK Karlsruhe, „Wie Sie mit Social Media Mitarbeitende finden“, Juli 2024) und Oldenburg (Susann Ruppert, HWK Oldenburg, „Social-Media-Strategien zur Gewinnung von Mitarbeitern“, Juli 2024) in ihren Artikeln zeigen.
Ein gepflegtes Unternehmensprofil bildet den ersten Schritt. Verwenden Sie Ihr Logo als Profilbild, hinterlegen Sie eine kurze Beschreibung, ein Impressum und einen Datenschutzhinweis. So wirken Sie seriös und werden leichter gefunden.
Noch wichtiger sind authentische Einblicke in den Betriebsalltag. Zeigen Sie echte Szenen aus Werkstatt oder Baustelle, kurze Handyvideos mit Mitarbeitenden oder Vorher-und-Nachher-Fotos Ihrer Projekte. „Solche Inhalte schaffen Vertrauen und vermitteln einen realistischen Eindruck vom Arbeiten in Ihrem Team“, so Hermann.
Gestalten Sie den Bewerbungsweg so einfach wie möglich. Ein kurzes Online-Formular ohne Anschreiben, ein Rückrufangebot oder eine Nachricht per WhatsApp reichen oft aus. Platzieren Sie den Link zu diesem Formular in Ihrer Profilbeschreibung, dem sogenannten „Link in Bio“. Interessierte erreichen den Bewerbungsprozess dann mit einem Klick.
Um zu erkennen, welche Inhalte wirken, wechseln Sie auf Instagram zu einem kostenlosen Unternehmens- oder Creator-Konto. Die kostenlos verfügbaren Insights zeigen Kennzahlen wie Reichweite, Klicks und Profilaufrufe direkt in der App. Prüfen Sie wöchentlich, welche Beiträge Anfragen bringen, ersetzen Sie schwächere Inhalte und antworten Sie Interessierten zügig und freundlich.
Beachten Sie Recht und Datenschutz. Formulieren Sie Stellenangebote geschlechtsneutral als m/w/d, denn das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Diskriminierung bereits bei der Ausschreibung. Speichern Sie Bewerbungsdaten nur so lange wie nötig und informieren Sie transparent über deren Verwendung.
Mit einem gepflegten Profil, authentischen Einblicken, einem unkomplizierten Bewerbungsweg und sauberem Datenhandling wird Social Media zu einem schnellen und bezahlbaren Weg, passende Fachkräfte zu gewinnen. Artur Hermann, Digitalisierungsberater der Handwerkskammer des Saarlandes, unterstützt dabei mit individueller Beratung.
Ansprechpartner
Artur Hermann
Beauftragter für Innovation und Technologie Themenschwerpunkt Digitalisierung (DIGI–BIT)*
Telefon 0681 5809-145
a.hermann@hwk-saarland.de
* Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Die Umsetzung wird zusätzlich durch Landesmittel unterstützt.