Attraktiver Wirtschaftsstandort braucht gute Erreichbarkeit

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HWK-Hauptgeschäftsführer Hans-Ulrich Thalhofer (links) und HWK-Präsident Helmut Zimmer (rechts)
Foto: Martina Schilling | Coverface

„Ohne gute Erreichbarkeit kein attraktiver Wirtschaftsstandort“, bringt HWK-Hauptgeschäftsführer Hans-Ulrich Thalhofer die Forderung des Saarhandwerks nach einem attraktiven und zeitgemäßen ÖPNV auf den Punkt. Eine Schnellverbindung nach Luxemburg und eine gute Anbindung an die Schnellstrecken in Frankfurt und Mannheim seien aus Sicht des Saarhandwerks dringend nötige Investitionen in die Anbindung des Saarlandes an seine Nachbarregionen, so der Hauptgeschäftsführer weiter. Solche Mobilitätsinfrastrukturen seien gerade für Berufspendler, Meisterschüler, Unternehmen, den Güterverkehr, den Fernverkehr, die Anbindung an Rheinland-Pfalz und die Rhein-Neckar-Region sowie für die Verbindungen nach Frankreich und in die Großregion zentral.

Mit Blick auf den hohen Bedarf an Nachwuchsfachkräften des saarländischen Handwerks geht es hierbei laut Thalhofer insbesondere auch darum, die Mobilität von Auszubildenden zu sichern, die in vielen Fällen noch nicht über eigene Verkehrsmittel verfügen. „Die Attraktivität einer handwerklichen Ausbildung hängt auch davon ab, dass angehende Fachkräfte ihre Lernorte – Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildungsstätte – problemlos erreichen können“, betont der Hauptgeschäftsführer. Gerade im ländlichen Raum sei ein unzureichendes ÖPNV-Angebot ein nicht zu unterschätzendes Hemmnis für junge Menschen, eine handwerkliche Ausbildung anzutreten. Die HWK fordert daher, das „Junge-Leute-Ticket” dauerhaft fortzuführen und will langfristig auf eine kostenfreie ÖPNV-Nutzung für alle Auszubildenden hinwirken.

HWK-Präsident Helmut Zimmer ergänzt: „Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts. Wir können von unseren Betrieben und den Fachkräften im Handwerk erwarten, dass sie flexibel, leistungsbereit und mobil sind. Dafür müssen allerdings auch die Rahmenbedingungen stimmen. Wer das Handwerk stärken, Fachkräfte gewinnen und jungen Menschen berufliche Perspektiven eröffnen möchte, muss dafür sorgen, dass Ausbildungsplätze, Arbeitsstätten und Berufsschulen zuverlässig erreichbar sind. Wir brauchen deshalb eine vorausschauende Verkehrspolitik, die nicht nur den heutigen Bedarf berücksichtigt, sondern die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes langfristig sichert. Das Saarland darf bei der Anbindung an seine Nachbarregionen und die großen Wirtschaftszentren nicht ins Hintertreffen geraten“.


Hintergrund:

Laut Angaben des Bundesverkehrsministeriums soll die Generalsanierung auf der Zugstrecke Forbach–Saarbrücken–Kaiserslautern–Ludwigshafen auf einen Zeitpunkt nach 2031 verschoben werden. Ursprünglich war eine Umsetzung im Jahr 2029 vorgesehen gewesen.