Cyberangriffe: Auch für Handwerksbetriebe ein reales Risiko

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Der Digitalisierungsberater Alexander Petto erläutert, warum auch für Handwerksbetriebe die IT-Sicherheit höchste Priorität haben sollte. 

Die Zahlen sind alarmierend. Laut dem aktuellen „Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland 2025” des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) halten 58 Prozent der Befragten das persönliche Risiko, Opfer von Cyberangriffen zu werden, für gering oder sogar für ausgeschlossen. Doch während das subjektive Sicherheitsgefühl steigt, verschärft sich die reale Bedrohungslage. „Ein gefährlicher Widerspruch“, findet Alexander Petto, Beauftragter für Innovation und Technologie mit Themenschwerpunkt Digitalisierung an der Handwerkskammer des Saarlandes (DigiBIT). „Die Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität ist besorgniserregend. Wir leben in einer digitalen Gesellschaft, in der jeder Klick, jeder Account, jede Plattform potenzielle Angriffsflächen schafft.“

„Digitale Identität verdient denselben Schutz wie die Haustür“

Petto vergleicht die Situation mit alltäglichen Sicherheitsvorkehrungen: „Kaum jemand würde ohne Sicherheitsgurt Auto fahren oder die Haustür offen stehen lassen. Warum also die digitale Identität weniger schützen?“

Dabei seien schon kleine Maßnahmen wirksam: starke Passwörter, Passwortmanager und die Zwei-Faktor-Authentisierung. Letztere empfiehlt auch das BSI ausdrücklich. „Ein Passwort allein reicht heute nicht mehr aus. Die Zwei-Faktor-Authentisierung ist wie ein zweiter Riegel an der Tür, selbst wenn das Passwort geknackt wird, bleibt der Account geschützt“, erklärt der DigiBIT.

„Cyberkriminalität ist kein Randphänomen – sie betrifft jeden“

Identitätsdiebstahl, Datenlecks, Phishing: Die Bedrohungen sind vielfältig und betreffen nicht nur Großkonzerne, sondern zunehmend auch Privatpersonen und kleine Betriebe. „Viele unterschätzen, wie schnell man selbst zum Ziel werden kann. Sei es durch ein schwaches Passwort, eine ungesicherte WLAN-Verbindung oder mangelnde Aufmerksamkeit bei E-Mails“, warnt Petto.

Besonders kritisch sieht er die wiederholte Nutzung einfacher Passwörter: „Bequemlichkeit darf nicht über Sicherheit siegen. Ein Passwortmanager entlastet nicht nur, sondern schafft auch wirklich sichere Zugangsdaten.“

Praktische Hilfe für Handwerksbetriebe: der CyberRisikoCheck

Um Betrieben konkrete Unterstützung zu bieten, bietet Petto den CyberRisikoCheck an. In einem etwa zweistündigen Interview analysiert er gemeinsam mit Handwerksbetrieben deren IT-Sicherheitslage und zeigt individuelle Schwachstellen auf. „Viele wissen gar nicht, wo ihre Risiken liegen. Wir machen sie zusammen sichtbar und erhalten dann klare Handlungsempfehlungen“, so der Experte.

„Digitale Vorsorge ist Verantwortung für sich und andere“

Petto betont, dass IT-Sicherheit kein abstraktes Thema ist, sondern Teil der persönlichen Lebensrealität: „Wer grundlegende Schutzmaßnahmen umsetzt, reduziert sein Risiko enorm und das ohne großen Aufwand oder Spezialwissen.“

Sein Appell: „Digitale Vorsorge ist kein Zeichen von Misstrauen, sondern von Verantwortung gegenüber den eigenen Daten, der eigenen Identität und letztlich auch gegenüber anderen.“

Alexander Petto, DigiBIT an der Handwerkskammer des Saarlandes, steht Betrieben und Verbrauchern für Fragen zur digitalen Sicherheit zur Verfügung.

Der Lagebericht zur Cybersicherheit 2025 steht auf der Website des BSI als Download bereit


Weitere Informationen: Innovation und Technologie – DIGI-BIT » Handwerkskammer des Saarlandes


Ansprechpartner


Alexander Petto
Beauftragter für Innovation und Technologie Themenschwerpunkt Digitalisierung (DIGI–BIT)*
Telefon 0681 5809-141
a.petto@hwk-saarland.de

* Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Die Umsetzung wird zusätzlich durch Landesmittel unterstützt.