
„Viele der im angekündigten Reformpaket vereinbarten Maßnahmen gehen in die richtige Richtung. Jetzt kommt es darauf an, diesen Kurs konsequent fortzusetzen. Klar ist aber auch: Dieses Paket darf nicht das letzte bleiben. Wer Investitionen und Beschäftigung nachhaltig stärken will, muss den Mittelstand und insbesondere das Handwerk künftig noch stärker in den Mittelpunkt rücken.
Dass die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen grundsätzlich erhalten bleibt, ist ein positives Signal. Die vorgesehene Kürzung des sogenannten Handwerkerbonus sehen wir jedoch kritisch. Der Bonus setzt wichtige Anreize für legale Beschäftigung, energetische Sanierungen und die Bekämpfung von Schwarzarbeit. Die vorgesehenen Entlastungen für Familien und Beschäftigte können die Kaufkraft erhöhen und damit die Binnenkonjunktur beleben – davon profitieren auch viele Handwerksbetriebe.
Für zusätzliche Planungssicherheit sorgt die Entscheidung, weder die Erbschaftsteuer zu erhöhen noch den Spitzensteuersatz anzuheben. Das ist gerade für familiengeführte Handwerksbetriebe ein wichtiges Signal. Kritisch bleibt jedoch, dass eine gezielte steuerliche Entlastung der Betriebe sowie mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit nicht Teil der Einigung sind. Hier besteht weiterhin politischer Handlungsbedarf. Das gilt insbesondere auch für grundlegende Strukturreformen der sozialen Sicherungssysteme, um die Lohnnebenkosten dauerhaft zu begrenzen und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken.“