Recht

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Sie haben einen Handwerksbetrieb und brauchen eine rechtliche Beratung / einen Rechtsrat / rechtliche Hilfe? Wir sind für Sie da! Rufen Sie uns einfach an oder senden Sie uns eine E-Mail.

Rechtsberatung


Rechtsberatung

Welche Rechtsberatung kann ich bei der HWK erhalten?

Wir beraten Sie zu allen Rechtsfragen im Sinne einer Aufschlussberatung, die Berührungspunkte zum Handwerksbetrieb aufweisen – also von A wie Auftrag bis Z wie Zwangsvollstreckung.

Kann die HWK mich bei einem Prozess vertreten?
Aufgrund des Rechtsberatungsgesetzes ist eine gerichtliche Vertretung nicht möglich. Wir können unseren Mitgliedsbetrieben deshalb nur eine außergerichtliche Beratung anbieten.

Was kostet die Rechtsberatung bei der HWK?
Für unsere Mitglieder ist die Beratung kostenlos.
 

Ansprechpartner

Claus Ochner

Bereichsleiter Rechtsberatung, Justiziariat, Bereichsleiter Aus-und Weiterbildung, Bildungsmarketing (Komm.)
Telefon 0681 5809-171
Fax 0681 5809222-171

Einigungsstelle


Ansprechpartner


Ansprechpartner


Einigungsstelle

Bei Problemen zwischen Handwerkern und Kunden müssen nicht direkt die Gerichte bemüht werden. Für die meisten Unstimmigkeiten finden sich auch außergerichtliche Lösungen. Hilfreich ist es, wenn ein unabhängiger Dritter zwischen den Konfliktparteien vermittelt. In solchen Fällen steht die Handwerkskammer gerne als Vermittler zur Verfügung.
 
Wie kann ich die Einigungsstelle einschalten?
Die Einigungsstelle der HWK wird auf Antrag tätig. Wenn Sie Vermittlung in einem Konflikt benötigen, wenden Sie sich deshalb bitte direkt an uns. Das können Sie über das untenstehende Formular tun oder uns einfach eine E-Mail schicken. Damit alle Beteiligten wissen, worum es geht, ist eine schriftliche Mitteilung wichtig.
Wenn Sie Fragen zum Einigungsverfahren haben, können Sie uns aber natürlich auch einfach anrufen. 

Kurzinfo zum Verfahren
Das Einigungsverfahren ist ein außergerichtliches, freiwilliges Verfahren. Die Einigungsstelle kann die Parteien nicht zur Teilnahme an einem Einigungsverfahren verpflichten. Sollte eine Partei mit der Durchführung eines Einigungsverfahrens nicht einverstanden sein, muss die Angelegenheit deshalb anderweitig geklärt werden.
 
Ansprechpartner

Claus Ochner

Bereichsleiter Rechtsberatung, Justiziariat, Bereichsleiter Aus-und Weiterbildung, Bildungsmarketing (Komm.)
Telefon 0681 5809-171
Fax 0681 5809222-171

Ulrike Sauer

Sekretärin Recht, Justiziariat
Telefon 0681 5809-203
Fax 0681 5809222-203

Rechtsinformationen


Rechtsinformationen

Im Folgenden stellen wir für Sie aktuelle Rechtsinformationen zusammen, die für das Handwerk im Saarland von Bedeutung sind. 
 

Ansprechpartner

Claus Ochner

Bereichsleiter Rechtsberatung, Justiziariat, Bereichsleiter Aus-und Weiterbildung, Bildungsmarketing (Komm.)
Telefon 0681 5809-171
Fax 0681 5809222-171

Neue Regeln für Aus- und Einbaukosten im Zusammenhang mit der Gewährleistung und neue Regeln für Bauverträge


Neue Rechtslage ab 1. Januar 2018

Ab Januar 2018 hat die Haftungsfalle für Handwerker im Zusammenhang mit Aus- und Einbaukosten bei Gewährleistungsfällen ein Ende.

Dann gelten für Fälle, in denen fehlerhaftes Material verbaut wurde und im Wege der Mängelbeseitigung wieder ausgebaut werden muss, handwerksfreundliche Haftungsregeln.

Für Bauverträge gibt es ab 1. Januar 2018 eine Vielzahl an neuen gesetzlichen Vorschriften, die in der Praxis zu beachten sind.
Durch die Gesetzesänderungen sind einige neue Regelungen hinzugekommen.
 
Das Werkvertragsrecht wird beispielsweise um die Regelung zum Bauvertrag ergänzt. Als Bauvertrag gilt zukünftig jeder Vertrag über die Herstellung, die Wiederherstellung, die Beseitigung oder den Umbau eines Bauwerks, einer Außenanlage oder eines Teils davon. Aber auch der Vertrag über die Instandhaltung eines Bauwerks ist ein Bauvertrag.
Wird zwischen den Parteien ein Bauvertrag geschlossen, gelten nunmehr neue wichtige Bestimmungen. Der ZDH-Flyer bietet Ihnen praxisnahe, kurze Informationen zu der wichtigen neuen Rechtslage.
 

Mindestlohn

Neben den branchenspezifischen Tariflöhnen gibt es seit dem 1. Januar 2015 auch einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn.
Dieser Mindestlohn beträgt seit 1. Januar 2017 nunmehr 8,84 Euro/Stunde.
 
Handwerksbetriebe, die aufgrund von tariflichen Regelungen bereits jetzt diesen Mindestlohn oder höhere Löhne zahlen müssen, sind von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in der Praxis nicht betroffen.

Informationen zum Mindestlohn finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Startseite/start.html

Für Handwerksbetriebe, die vom gesetzlichen Mindestlohn betroffen sind, gibt es eine Durchführungsverordnung, die die praktischen Anwendungsfragen klärt (Dokumentationspflichten etc.).
http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Service/Dokumentationspflicht/inhalt.html

 

Kein Widerrufsrecht für Gewerbetreibende

Immer wieder kommt es vor, dass durch übereilte Vertragsabschlüsse Probleme entstehen, weil Betriebsinhaber der Meinung sind, es gäbe innerhalb einer kurzen Frist ein unverzügliches Storno- oder ein allgemeines Widerrufsrecht.
 
Dies ist ein weit verbreiteter Rechtsirrtum.
 
Ein fristgebundenes Widerrufsrecht bei Vertragsabschlüssen steht per Gesetz generell nur Verbrauchern zu.
 
Handwerksbetriebe sind Gewerbetreibende, weshalb dieses Widerrufsrecht für sie nicht gilt. Wer als Gewerbetreibender einen Vertrag rückabwickeln will, muss dies mit seinem Vertragspartner aushandeln.

Das kann aus Kulanz gelingen, zum Beispiel durch die vertragliche Möglichkeit der Stornierung – muss aber nicht.


 

Abo-Fallen - Abzocke - Bauernfängerei

Immer wieder versuchen dubiose Firmen auf verschiedenen Wegen, mit Gewerbetreibenden Abonnement-Verträge über nutzlose Registereinträge abzuschließen.
 
Hierzu werden meist per Post oder Fax sogenannte "Eintragungsangebote" übersandt, bei denen bereits ein Teil der Kontaktdaten eingetragen ist und die Gewerbetreibenden zur Vervollständigung aufgefordert werden.
 
Die hierdurch entstehenden Kosten sind ebenso wie die Vertragsdauer meist im Kleingedruckten versteckt.
 
In der Ruhe liegt die Kraft!
 
Kein Vertrag ist so wichtig, dass man ihn übereilt und unter Druck abschließen muss.
 
Sie sollten sich deshalb stets die Zeit nehmen, solche Angebote in Ruhe zu prüfen, damit Sie kein Geld durch den Abschluss unnützer Verträge verschwenden.

Eine weitere Masche, um an einen Vertragsabschluss zu gelangen, ist die beliebte "Doppel-Anruf-Masche". Hierbei wird in einem ersten Telefonat behauptet, man stehe bereits in einem Vertragsverhältnis, das zukünftig aber kostenpflichtig würde. Gleichzeitig werden die Vertragsdetails besprochen und ein zweiter Anruf angekündigt. Dieser zweite Anruf erfolgt unverzüglich. Der Anruf wird mitgeschnitten und es werden ausschließlich Fragen gestellt, die der Angerufene mit "ja" beantworten soll. Hierbei wird man dann durch die Fragetechnik zu einem Vertragsabschluss geführt, der durch die Aufzeichnung des Gesprächs bewiesen werden kann.
 
Bei solchen Anrufen sollten Sie unhöflich sein und sofort auflegen.
 
Googeln Sie doch mal schnell den Anbieter!
 
Sofern Sie nicht sicher sind, ob es sich bei einem solchen Angebot um Bauernfängerei/Abzocke handelt, können Sie selbst schon durch eine einfache Internet-Recherche feststellen, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt.
 
Hinweise zu solchen dubiosen Methoden finden Sie stets im Internet, indem Sie bei einer Suchmaschine (z.B. "Google") den Namen des Versenders solcher Schreiben eingeben. Sie werden dann entsprechende Suchergebnisse (Forenbeiträge von Geschädigten, Portale, auf denen vor Abzock-Methoden gewarnt wird etc.) erhalten.
 
Aktuelle Informationen zu den derzeit bekannten dubiosen Anbietern und unseriösen Angeboten finden Sie auch im Internet-Blog der Rechtsanwaltskanzlei Radziwill aus Berlin.
http://www.radziwill.info/abzocker-und-werbeverlage


 

Vorbehalts- und Bedenkenanmeldung bei der Bauausführung

Die Vorbehalts- und Bedenkenmitteilung des Handwerkers gegen eine vom Kunden gewünschte Bauausführung ist voller Fallstricke. Letztendlich geht es darum, sicherzustellen, dass später auftretende Fehler am Gewerk nicht zu Lasten des Handwerkers gehen.
 
Als Fachmann ist der Handwerker dem Kunden gegenüber dazu verpflichtet, eventuelle Bedenken gegen eine geplante Bauausführung informativ, auch für Laien verständlich und auf den Einzelfall bezogen zu formulieren. Damit die Einwände des Handwerkers auch im Nachhinein nachvollziehbar und verbindlich dokumentiert sind, sollten sie schriftlich formuliert werden. 

Verwenden Sie in solchen Fällen keine formularartigen Schreiben mit nichtssagenden Begriffen  und treffen Sie keine mündlichen Absprachen.
 
Die Bedenkenmitteilung muss folgende Fragen beantworten können:
 
- Was ist die Ausgangslage auf der Baustelle?
- Was ist fachlich notwendig, um eine ordnungsgemäße Arbeit abzuliefern?
- Wie will der Bauherr von diesen Vorgaben abweichen?


In das Schreiben muss die Erklärung des Kunden aufgenommen werden, dass er trotz der fachlichen Belehrung an seinem Ausführungswunsch festhält und später auftretende Probleme am Gewerk nicht unter die Gewährleistung fallen bzw. keinen Fehler darstellen, der zu Lasten des Handwerkers geht.
 
Bei Fragen zur konkreten Formulierung einer Bedenkenmitteilung wenden Sie sich im Einzelfall gerne an uns.


 

Die Befristung im Arbeitsvertrag

Das Abschließen von zeitlich befristeten Arbeitsverträgen (max. 2 Jahre), ist ein gutes Instrument für Handwerksbetriebe, um flexibel und gegebenenfalls auftragsbezogen Mitarbeiter einzustellen.
 
Der Befristungszeitraum kann aber auch dazu dienen, einem Arbeitnehmer eine Chance zu geben, ohne sich direkt dauerhaft zu verpflichten.
Denn oftmals ist die Probezeit zu kurz, um sich ein richtiges Bild von dem neuen Mitarbeiter zu machen.
 
Wie befriste ich richtig?
 
Die vertragliche Vereinbarung über die zeitliche Befristung eines Arbeitsverhältnisses muss im Arbeitsvertrag immer schriftlich erfolgen. Wenn eine erste Befristungszeit abläuft und der Arbeitgeber die Befristung verlängern möchte, ist es ganz wichtig, dass eine weitere Befristung ebenfalls wieder schriftlich geregelt wird.
 
Ganz wichtig ist dabei, dass eine erneute Verlängerung eines befristeten Arbeitsverhältnisses schriftlich und rechtzeitig vor Ablauf der ersten Befristung zwischen den Vertragsparteien vereinbart wird.
 
Wie oft kann ich Arbeitsverträge befristen?
 
Die zeitliche Befristung eines Arbeitsvertrages darf insgesamt maximal einen Zeitraum von zwei Jahren umfassen.
 
Dieser Zeitraum kann individuell aufgeteilt werden. Die erste Befristung eines Arbeitsvertrages darf jedoch innerhalb dieses Zweijahreszeitraumes maximal dreimal verlängert werden.


 

Gewährleistungsfrist bei Photovoltaikanlagen

Zum Thema der Gewährleistungsfrist bei Photovoltaikanlagen haben das Oberlandesgericht (OLG) Schleswig und auch das OLG München ausgeführt, dass es sich bei Arbeiten im Zusammenhang mit Photovoltaik-Anlagen grundsätzlich nicht um Arbeiten an einem Bauwerk handelt und daher nicht die 5-jährige Gewährleistungsverjährungsfrist gilt.
 
Die Gerichte gehen bei einer Photovoltaikanlage von einer Gewährleistungsfrist von 2 Jahren aus.
Es zeichnet sich ab, dass diese Rechtsauffassung sich auch bei den anderen Gerichten durchsetzen wird.


 

Betrug und Urkundenfälschung beim Abschluss von Arbeitsverträgen

Der HWK werden vermehrt Fälle zur Kenntnis gebracht, bei denen gefälschte Bewerbungsunterlagen – insbesondere Berufsabschluss- und Fortbildungszeugnisse – vorgelegt wurden.
 
Dies kann nicht nur den Handwerksbetrieb schädigen, sondern eventuell auch die Kunden.
 
Daher unser Rat an einstellende Handwerksbetriebe: Lassen Sie sich entscheidende Zeugnisse im Zweifel im Original vorlegen!


 

Impressumspflicht bei Webseiten

Alle Unternehmen – also auch Handwerksbetriebe –  sind verpflichtet, auf ihrer Website ein Impressum aufzunehmen, das von jeder Seite aus mit höchstens zwei Klicks zu erreichen ist.
 
Welche Angaben im Impressum verpflichtend sind, können Sie dem Informationsschreiben des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZHD) entnehmen.
 
Folgen Sie hierzu bitte diesem Link:
 
https://www.zdh.de/fileadmin/user_upload/themen/Recht/Rundschreiben_2016/160831_2_Praxis_Recht_Impressum.pdf
 
Sollten Sie als eingetragener Mitgliedsbetrieb noch weitere Fragen zur Impressumspflicht haben, wenden Sie sich bitte an unseren Rechtsberater, Herrn Claus Ochner.


 

Was tun, wenn ein Inkassounternehmen sich meldet?

Es kann jedem einmal passieren, dass er tatsächlich vergessen hat, eine Rechnung zu bezahlen. Allerdings gibt es dann ja auch noch die Zahlungserinnerungen/Mahnungen, die einen säumigen Zahler auf sein Versäumnis aufmerksam machen. Vergisst oder ignoriert man jedoch auch diese Zahlungsaufforderungen, bedienen sich viele Gläubiger (Gewerbetreibende/Firmen) der Hilfe eines Inkassounternehmens zur Beitreibung ihrer Forderung.
 
Inkassounternehmen werden in aller Regel von den Gläubigern beauftragt, um als  Vertreter die Forderungen im Namen der Gläubiger einzutreiben. In diesem Fall muss eine gültige Vollmacht vorliegen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass der Gläubiger die Forderung an ein Inkassounternehmen verkauft hat. In diesem Fall muss wiederum eine wirksame Abtretungserklärung bestehen, die Sie sich vorlegen lassen sollten.
 
Was ist ein Inkasso-Unternehmen und was tut es?

Der Begriff Inkasso bedeutet den Einzug von offenen Forderungen. Inkassounternehmen versuchen, im Auftrag des Gläubigers beim Schuldner die Forderung für diesen außergerichtlich einzutreiben.
Dabei prüfen Inkassounternehmen im Allgemeinen nicht, ob die Forderung zu Recht besteht.
 
Inkassounternehmen schreiben den Schuldner im Auftrag des Gläubigers an, informieren ihn über die offenstehende Forderung, setzen ihm eine Zahlungsfrist und berechnen dem Schuldner die Kosten für die Durchführung des Inkassos. Dadurch erhöht sich der Forderungsbetrag. Dieser Betrag ist höher als die eigentlichen Schulden, da im Forderungsbetrag auch die Kosten für das Inkassounternehmen enthalten sind. Denn grundsätzlich ist der Schuldner verpflichtet, Kosten, die aus dem Zahlungsverzug entstehen, zu tragen.
 
Wenn auf dieses Schreiben hin noch immer keine Zahlungen geleistet werden, können die Inkassounternehmen gerichtliche Mahn- und Vollstreckungsbescheide für den Auftraggeber/Gläubiger veranlassen, wodurch die Kosten für den Schuldner weiter steigen. Sobald ein vollstreckbarer Titel (Vollstreckungsbescheid) vorliegt, kann die Zwangsvollstreckung durch einen Gerichtsvollzieher beantragt werden, der die Forderung vollstreckt, gegebenenfalls auch durch Pfändung.
 
In Deutschland muss jedes Inkassounternehmen gemäß Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) registriert sein. Die Registrierung erfolgt bei der örtlich zuständigen Stelle und die Zulassung erteilt der Präsident des zuständigen Amts-, Land- oder Oberlandesgerichts.
 
Im Internet kann man selbst kostenlos überprüfen, ob ein Inkassounternehmen ordnungsgemäß registriert und zugelassen ist (www.rechtsdienstleistungsregister.de). Das Inkassounternehmen ist auch verpflichtet, auf seine ordnungsgemäße Registrierung und Zulassung hinzuweisen (z.B. auf seinen Geschäftsbögen).
Inkassobüros mit Sitz im Ausland haben keine Berechtigung in Deutschland Forderungen beizutreiben.
 
Ein Merkmal für ein seriöses Inkassounternehmen kann auch die Mitgliedschaft des Inkassounternehmens in einem der größeren Interessenverbände, wie beispielsweise Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) oder Bundesverband für Inkasso und Forderungsmanagement e.V. (BFIF e.V.), sein
 
 
Was muss ich tun, wenn ich ein Schreiben von einem Inkassounternehmen erhalte?
 
Wenn Sie ein Aufforderungsschreiben eines Inkassounternehmens erhalten sollten Sie folgende Dinge überprüfen:
 
  • Prüfen Sie, wer der Auftraggeber des Inkassounternehmens ist.
  • Prüfen Sie die Richtigkeit bzw. Berechtigung der geltend gemachten Forderung.
  • Prüfen Sie, ob das Inkassounternehmen eine Vollmacht des Gläubigers/Auftraggebers beigefügt hat und fordern Sie diese an, wenn sie nicht beigefügt ist.
  • Prüfen Sie, ob das Inkassounternehmen in das Rechtsdienstleistungsregister eintragen und ordnungsgemäß zugelassen ist. 

Wenn Sie Zweifel an der Berechtigung der Forderung haben, kontaktieren Sie das Inkassounternehmen schriftlich und bitten um Nachweis der Forderung durch Übermittlung geeigneter Unterlagen.
 
Da gerade in den letzten Jahren vermehrt mit Gewerbetreibenden angeblich Verträge per Telefon abgeschlossen wurden bzw. von Gewerbetreibenden irrtümlich Vertragsangebote, die für diese nicht sofort als solche erkennbar waren, unterschrieben wurden, sind vermehrt Inkassounternehmen mit der Beitreibung solcher (angeblichen) vertraglichen Forderungen beauftragt worden.
 
Sollten Sie einen Vertragsabschluss irrtümlich herbeigeführt haben oder über die Vertragsgrundlagen getäuscht worden sein und ein Aufforderungsschreiben eines Inkassounternehmen erhalten, müssen Sie den Vertrag gegenüber dem Anbieter/Gläubiger anfechten. Von diesem Anfechtungsschreiben ist auch dem Inkassounternehmen eine Abschrift zu übermitteln.
 
Da der Anspruch somit rechtlich nicht geklärt ist bzw. sicher besteht, wird ein seriöses Inkassounternehmen seine Beitreibung einstellen und die Sache an den Auftraggeber/Gläubiger zurückgeben.
 
Sollte die Forderung tatsächlich zu Recht bestehen, weil Sie die Zahlung vergessen oder einfach keine Zahlung geleistet haben, so empfiehlt es sich, auf jeden Fall mit Inkassounternehmen in Kontakt zu treten, und zwar am besten schriftlich.
 
Sie sollten erst wenn alle Fakten geklärt sind und tatsächlich eine offene, fällige Forderung besteht, Zahlung leisten oder ggf. eine Ratenzahlung vereinbaren.
Inkasso Brief bekommen – was geschieht, wenn man einfach nichts tut?
 
Wenn man ein Schreiben eines Inkassounternehmens erhalten und gar nicht darauf reagiert hat, kann es sein, dass man nach kurzer Zeit ein zweites Schreiben mit einer Ratenzahlungsvereinbarung erhält oder vom Inkassounternehmen auch telefonisch kontaktiert wird.
 
Wenn man gar nichts tut, muss man damit rechnen, dass das Inkassounternehmen im Namen und Auftrag des Gläubigers ein gerichtliches Mahnverfahren (Beantragung eines Mahnbescheides) einleitet.
 
Auch nach Zustellung des Mahnbescheids hat der Schuldner noch die Möglichkeit, zu bezahlen oder innerhalb einer Frist von zwei Wochen ab Zugang des Mahnbescheids Widerspruch einzulegen.
 
Verweigert der Schuldner die Zahlung weiterhin und legt auch keinen Widerspruch gegen den Mahnbescheid ein, veranlasst das Inkassounternehmen die Ausfertigung eines Vollstreckungsbescheides. Mit einem rechtskräftigen Vollstreckungsbescheid kann das Inkassounternehmen durch den Gerichtsvollzieher die Zwangsvollstreckung durchführen lassen.
 
Der Schuldner hat zusätzlich zum Forderungsbetrag des Gläubigers und den Mahnkosten auch die entstandenen Kosten durch die Inkassobeauftragung sowie die Kosten des weiteren Beitreibungsprozesses zu begleichen. Die Höhe der zu erstattenden Inkassokosten ist in § 4 Abs. 5 RDGEG (Einführungsgesetz zum Rechtsdienstleistungsgesetz) geregelt.
 
 
Das Inkassounternehmen droht mit einem SCHUFA-Eintrag – welche Folgen hat das?
 
Durch die Einleitung des Inkassoverfahrens können jedoch auch personen- bzw. firmenbezogene Daten vom Inkassounternehmen an Auskunfteien (z.B. SCHUFA, Creditreform) weitergeben werden. Dies kann sich bei Vertragsabschlüssen oder Kreditaufnahmen bei der Bonitätsanfrage negativ auswirken und somit kann der Vertrag oder Kredit verweigert werden.
 
Sollten Sie einer unberechtigten Forderung widersprochen bzw. diese bereits angefochten haben, ist die Drohung mit einem SCHUFA-Eintrag unzulässig. Bereits die Drohung seitens des Gläubigers, dass ein SCHUFA-Eintrag erfolgen werde, ist in diesem Falle rechtswidrig und stellt strafrechtlich eine versuchte Nötigung dar.
 
 
Kosten des Inkassoverfahrens
 
Wenn Sie einer unberechtigten Forderung bereits widersprochen bzw. diese dem Gläubiger gegenüber angefochten haben, entstehen für Sie gar keine Inkasso-Kosten, die Sie zahlen müssten. Anders sieht es bei berechtigten Forderungen aus. Beauftragt der Gläubiger das Inkassounternehmen mit der Beitreibung der Forderung, entstehen ihm zusätzliche Kosten. Diese Kosten sind dem Gläubiger von dem Schuldner zu ersetzen. Wie hoch diese Kosten sein dürfen, ist gesetzlich nicht genau bestimmt, jedoch dürfen diese nicht höher sein als die Vergütung, die ein Rechtsanwalt für dieselbe Leistung erhalten hätte. Deshalb dürfen vom Inkassounternehmen nicht überhöhte Kosten verlangt werden; die Kosten müssen angemessen sein. Es gilt: Je höher die Forderung ist, desto höher sind dementsprechend die Kosten für ein Inkasso.
 
Hinzu können eine sogenannte Kostenpauschale (für Portogebühren und Ähnliches) sowie laufende Zinsen kommen. In jedem Fall ist die Kostenaufstellung durch das Inkassounternehmen detailliert und plausibel darzulegen. Verlangt das Inkassounternehmen zusätzlich Zinsen, ist auch hier eine genaue Darlegung erforderlich. 
 
 
Weitere Hinweise:
Die Mitarbeiter eines Inkassounternehmens haben kein Recht die Wohnung des Schuldners zu betreten. Es gibt Inkassounternehmen, die ihre Mitarbeiter zu Schuldnern schicken, um in einem persönlichen Gespräch Druck auszuüben und diese zur Zahlung zu drängen.
 
Sie können den Mitarbeitern des Inkassounternehmens Hausverbot erteilen. Dies sollten Sie schriftlich gegenüber dem Inkassounternehmen tun.
 
Oftmals rufen Inkassounternehmen auch bei Schuldnern an, ebenfalls um beim Telefonat Druck auszuüben.
 
In der Praxis haben Inkassounternehmen mit diesen Vorgehensweisen oft Erfolg, da die Schuldner verunsichert sind und dann eher Zahlung leisten.
 
Pflegen Sie daher immer nur schriftlichen Kontakt zu Inkassounternehmen, denn hierdurch können Sie die angesprochenen Dinge auch stets nachweisen.
 
Unlautere Praktiken von Inkassounternehmen (Drohungen mit SCHUFA-Eintrag trotz Anfechtung, Hausbesuche oder häufige Telefonate usw.) sollten Sie unbedingt der zuständigen Registrierungsbehörde schriftlich mitteilen. Die Registrierungsdaten von Inkassounternehmen finden Sie unter www.rechtsdienstleistungsregister.de .
 
Sofern ein Inkassounternehmen Mitglied in einem der o.a. Verbände ist, kann man auch den entsprechenden Verband schriftlich über das Verhalten seines Mitgliedes informieren. Von dort drohen dann oftmals auch Sanktionen, da sich die Verbandsmitglieder zur Einhaltung bestimmter Regeln und Vorgehensweisen verpflichten.